Erziehung

Kultusministerin will mehr Männer in den Kitas

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Foto: In Niedersachsen sind nur 3,3 Prozent der Erzieher in Kitas und Kindergärten männlich.

Hannover - Nur drei von 100 Erziehern in Niedersachsen sind Männer. Die EU fordert bis 2020 einen Anteil von 20 Prozent. Kultusministerin Heiligenstadt ist gegen eine Männer-Quote – sie will aber dennoch für mehr Männer in Kitas werben.

Angesichts der geringen Zahl von Erziehern in Kindergärten will Kultusministerin Frauke Heiligenstadt stärker um männliche Fachkräfte werben. Eine Männer-Quote für Kitas lehnt die SPD-Politikerin aber ab. „Das würde ich nicht empfehlen“, sagte sie der Nachrichtenagentur dpa in Hannover. In Niedersachsen gibt es nur 3,3 Prozent männliche Erzieher. „Wir brauchen mehr Menschen, die Kinder erziehen, und dazu gehören Frauen und Männer“, betonte Heiligenstadt mit Blick auf den Fachkräftemangel und den wachsenden Bedarf infolge des Ausbaus an Betreuungsplätzen.

In Deutschland waren 2012 nach Angaben der Koordinierungsstelle Männer in Kitas 16.705 Männer als Pädagogen in Kitas beschäftigt. Dies entspricht einem Anteil männlicher Fachkräfte von 3,2 Prozent. Im Bundesvergleich ist Hamburg Spitzenreiter mit 8,8 Prozent, gefolgt von Bremen und Berlin. Schlusslichter sind Bayern (1,7 Prozent) und Sachsen-Anhalt (1,5 Prozent).

Der Mangel an Männern in Kindertagesstätten ist also weder ein niedersächsisches noch ein deutsches Problem. In der gesamten EUund auch darüber hinaus bilden sie die Ausnahme. Experten in Brüssel gehen davon aus, dass der Anteil männlicher Fachkräfte weltweit, mit der Ausnahme von Dänemark und Norwegen, unter 5 Prozent liegt. Die EUfordert deshalb, bis 2020 den Anteil auf 20 Prozent zu erhöhen.

„Das ist schon ein sehr ambitioniertes Ziel angesichts der derzeitigen 3,3 Prozent, die wir in Niedersachsen haben“, sagte Heiligenstadt. Es zeichne sich aber ein Trend zu einem steigenden Männeranteil in den Ausbildungsgängen zum Erzieher ab. So habe die Zahl der Männer 2012 bei 15,7 Prozent gelegen.

dpa

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