Individuelle Einkaufswagen

Gut in der Kurve

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Foto: Das ist der „Design Trolley“. Der Wagen soll durch besonders sportliches Aussehen überzeugen.

- Individuelle Einkaufswagen liegen im Trend: Singles bevorzugen die kleinen, schnittigen Modelle.

Verloren liegt der Käse neben dem halben Toastbrot und dem Fertig­salat im riesigen Einkaufswagen. Die Räder blockieren mal wieder, dann klappt auch noch der leere Kindersitz herunter – autsch, Finger geklemmt. Braucht der Einkäufer für den Singlehaushalt tatsächlich so ein Monstrum auf Rädern zum Shoppen? „Nein“, sagt Olaf Mörk, Marketingdirektor bei Wanzl, dem weltweit größten Hersteller von Einkaufswagen aus dem schwäbischen Leipheim.

Er nennt den Fuhrpark der Einkaufsmärkte die „Visitenkarte eines Geschäfts“. Deshalb stellt sich auch Wanzl auf die verschiedenen Kundenbedürfnisse ein. Und „Singles“, so Mörk, „genieren sich mit einem großen Wagen“. Aus diesem Grund ist ihr optimales Modell auch schnittiger, wendiger und liegt beim Slalom durch die enge Gänge der City-Märkte gut in der Kurve.

Nicht nur Singles haben Bedürfnisse beim Einkaufen. Menschen mit Nachwuchs bevorzugen die Familienkutsche mit integrierter Babyschale, Kinder streiten sich um den roten Rennwagen mit Korb und für alle, die ihre Brille vergessen haben, gibt es Einkaufswagen, an denen eine Lupe angebracht ist. Wer durch die Kataloge des deutschen Herstellers und seiner spanischen oder französischen Konkurrenz blättert, müsste sich eigentlich wundern, dass auf dem deutschen Einkaufswagenmarkt immer noch der Einheitslook vorherrscht. Schon seit Jahren wächst in Deutschland im Gegensatz zu vielen anderen Ländern die Fläche im Einzelhandel stetig an – eine kleine Delle gab es im vergangenen Jahr. Schuld sei die Schlecker-Pleite gewesen, sagt Stefan Hertel vom Deutschen Handelsverband.

Im Ausland werden meist andere Einkaufswagen bevorzugt als hierzulande. Kunden in nordischen Ländern und den USA mögen große XL-Modelle für ihren Zwei-Wochen-Einkauf. In Mittelmeerländern rollt eher das Kunststoffmodell. Das ist in der Anschaffung zwar teurer als die Stahlkarren, dafür auch bei hoher Luftfeuchtigkeit korrosionsbeständig. Nur in Indien – da laufen die Geschäfte für die Hersteller schlecht. Dem Inder sei der klassische Einkaufswagen völlig fremd, sagt Mörk.

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