Kuriose Situationen bei Polizeiaktion

Lamas im Blitzlicht

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Düsseldorf - Lamas in der Tempokontrolle, Anwohner servieren Kaffee und ein Autofahrer beschwert sich, nicht geblitzt worden zu sein – der erste bundesweite Blitzmarathon hat für kuriose Szenen gesorgt. Spots aus einem Deutschland im Blitzlicht:

Die Tempokontrollen haben die Menschen nicht kalt gelassen: Im Internet wurde kräftig diskutiert und gescherzt. Und die Polizei attestierte: Die Leute fahren tatsächlich langsamer. Offenbar möchte niemand trotz wochenlanger Vorwarnungen unter hämischen Blicken der anderen Autofahrer an die Seite gewunken werden. Einige Unbelehrbare waren trotzdem nicht zu bremsen.

Massenhafte Kontrollen und Knöllchen:

Vermutlich werden bis Freitagmorgen weit über eine Million Autofahrer beim ersten bundesweiten Blitz-Marathon kontrolliert worden sein. Und Zehntausende - das zeigen die Erfahrungen aus Nordrhein-Westfalen - werden trotz der intensiven Ankündigung und der Bekanntgabe der Kontrollstellen ein "Knöllchen" bekommen.

Lieben Lamas Laser?

In Krefeld und im 70 Kilometer entfernten Hückeswagen (beides NRW) legten Lamas die Tempokontrollen kurzfristig lahm. Die Beamten mussten sich zunächst darum kümmern, die ausgebüxten Andentiere wieder einzufangen. Bußgelder drohen den Tieren nicht: Die Tempolimits gelten nur für Fahrzeuge.

Ergebnisse:

Zumindest die Polizei in Hannover will erst am Freitagmittag mitteilen, wie viele Raser sie gestoppt hat. Die Ergebnisse finden Sie dann auch auf HAZ.de.

Beschwerden:

In Karlsruhe beschwerte sich ein Autofahrer bei der Polizei: Er sei nicht geblitzt worden, obwohl er mit Tempo 65 durch die Stadt gefahren sei. In NRW hatte sich ein Autofahrer beim Innenminister beschwert, 15 Minuten vor Beginn des "Blitz-Marathons" geblitzt worden zu sein. Dabei sei er extra früh aufgebrochen, um den Kontrollen zu entgehen.

Zuspruch aus der Bevölkerung:

Die Polizei "blitzt" - und dankbare Anwohner servieren Kaffee dazu. In Hamburg hat sich die Bevölkerung mit den Beamten an gleich mehreren Stellen solidarisiert.

Crash-Demo:

In Grevenbroich am Niederrhein demonstrierte die Polizei mit Crash-Tests die fatale Wirkung zu schnellen Fahrens: Dafür musste Dummy "Holger" herhalten. ADAC-Präsident Peter Meyer war auch vor Ort, der Verband unterstützt den "Blitz-Marathon".

Wirkung - ja oder nein?

Was jahrzehntelange Tempokontrollen nicht bewirkt haben: Am Tag des "Blitz-Marathons" wird anscheinend langsamer gefahren, das legen die Erfahrungen aus NRW nahe. Sind bei normalen Kontrollen etwa acht Prozent der Auto- und Motorradfahrer zu schnell, sind es beim "Blitz-Marathon" nur drei bis vier Prozent. Fraglich bleibt, ob der Effekt nachhaltig ist.

Kritiker:

Von der Piratenpartei und der FDP kam Kritik an der Aktion. Die Piraten sprachen von "Mumpitz": Die meisten Verkehrstoten gingen gar nicht auf das Konto von Geschwindigkeitsüberschreitungen. Und die Liberalen kritisierten autoritäres Volkserziehergehabe der Innenminister.

dpa/rah

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