Gasförderung

Land bekennt sich zum Fracking

+
Foto: Das Bohrfeld von ExxonMobil in Bötersen bei Rotenburg-Wümme.

Diepholz - In Niedersachsen soll auch in Zukunft Gas mittels der umstrittenen Fracking-Technologie gefördert werden. Allerdings nur unter besonderen Voraussetzungen, die weit über das hinausgehen, was sich der Bund vorstellt.

"Für alle Frack-Vorhaben soll eine Umweltverträglichkeitsprüfung sowie ein öffentliches Beteiligungsverfahren zwingend vorgeschrieben werden“. Das sagte Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies am Freitag in Barnstorf im Kreis Diepholz anlässlich eines Festaktes, mit dem das Energieunternehmen Wintershall den 60. Jahrestag seiner Förderaktivitäten in Deutschland beging. Der SPD-Politiker geht damit über das hinaus, was die Große Koalition in Berlin vereinbart hat: Danach sind Umweltverträglichkeitsprüfung und Öffentlichkeitsbeteiligung nur für das bisher kaum erforschte Fracking in Schiefergasvorkommen vorgesehen. Er werde bei der Bundesregierung darauf dringen, dass die Vorstellungen der Landesregierung umgesetzt werden, sagte Lies.

Bei Wintershall stießen Lies’ Worte auf Wohlwollen. „Das klare Bekenntnis zur heimischen Förderung ist ein wichtiges Zeichen für uns“, sagte Vorstandsmitglied Martin Bachmann. „Gerade in einem rohstoffarmen Land müssen wir uns fragen, welche Ressourcen uns in Zukunft noch zur Verfügung stehen.“

Dass Lies – anders als die Grünen – auf Fracking auch in Schiefergestein nicht verzichten will, könnte mit den großen Vorräten in Deutschland zusammenhängen – bis zu 1,3 Billionen Kubikmeter nach Schätzungen der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare