Einwände geplant

Land erwägt eigenen Trassenverlauf

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Hannover - „Einwände zu Stromplan sollen rasch kommen“: Die Landesregierung wird womöglich einen eigenen Vorschlag zu der Frage vorlegen, wo die geplante neue Stromtrasse „Südlink“ von Schleswig-Holstein nach Bayern langführen soll.

„Die Chance dazu haben wir, und es wird geprüft, ob sie wahrgenommen werden soll“, sagte der Stromnetz-Referatsleiter des Umweltministeriums, Christian Schwarzenholz. Er forderte gleichzeitig dazu auf, Einwände gegen die Planungen zügig kundzutun. „Anders als bisherige Stromplanungen werden die Projekte jetzt beschleunigt umgesetzt. Es kommt stark darauf an, frühzeitig Bedenken vorzutragen.“

Der Netzbetreiber Tennet, ein holländisches Unternehmen, will die Trasse von Stade über Verden und Walsrode, zwischen Hannover und Lehrte nach Laatzen, dann weiter an Hildesheim vorbei nach Holzminden und dann nach Nordrhein-Westfalen führen. Anders als früher ist nun der Bund für die Planungen zuständig, die Bundesnetzagentur könnte eine unterirdische Verlegung anordnen, wenn ein 400-Meter-Abstand zu Siedlungen unterschritten wird. Tennet habe bisher aber noch keine Erdverkabelung vorgesehen, sagte Schwarzenholz.

Schon in der ersten Planungsphase wird die Trasse relativ genau festgelegt, und zwar bis auf einen Korridor von einem Kilometer. Wie lange Tennet braucht, um hier im Dialog mit Grundeigentümern zu einer Klarheit zu kommen, ist nicht vorgeschrieben. Wenn die erste Phase allerdings beendet ist und Tennet einen Antrag einreicht, muss dieser laut Schwarzenholz binnen eines halben Jahres von der Bundesnetzagentur entschieden werden.

Bisher konnte die Trasse im entscheidenden „Planfeststellungsverfahren“, das sich an längere Planungen angeschlossen hatte, immer noch um einige Kilometer verschoben werden, um etwa Naturschutzgebiete zu verschonen. Künftig soll das alles schneller geschehen, größere Korrekturen sollen nicht mehr möglich sein. Allerdings könne das Land in der letzten Phase noch eine eigene Variante vortragen.

Neben „Südlink“, die bis 2022 fertig sein soll, sind noch weitere neue Gleichstrom-Trassen nötig – etwa zwischen Emden und Wilhelmshaven. Auch der „Lückenschluss“ des Wechselstromnetzes geht weiter. Neben der seit Jahren umkämpften, jetzt fast baureifen Trasse zwischen Peine, Bad Gandersheim und Göttingen sind weitere geplant – im Emsland, im Raum Diepholz und noch eine Leitung zwischen Helmstedt und Peine.

Dies alles wird erforderlich, um den Windstrom von der See (dort sind 20 Windparks bis 2024 geplant) nach Süden zu bringen und alte Kern- und Kohlekraftwerke (etwa Grohnde oder Buschhaus) umweltfreundlich zu ersetzen.

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