Schafe oder Brocken

Landespolitiker machen Ferien in der Heimat

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Foto: Der niedersächsische Justizminister Bernd Busemann füttert auf seinem Grundstück bei Dörpen seine Bentheimer Landschafe.

Hannover - Sommerzeit, Ferienzeit. Genau wie alle anderen Niedersachsen nutzen auch die Landespolitiker die Sommermonate zur Erholung. Ruhe für den nach der Sommerpause startenden Landtagswahlkampf suchen die meisten aber nicht im Ausland, sondern in heimischen Gefilden.

Strandkorb, wandern, lesen, Schafe hüten: Niedersachsens Politiker haben sich in diesem Jahr fast ausnahmslos für einen Urlaub in heimischen Gefilden entschieden. Hier wollen sie Kraft tanken. Denn nach der Sommerpause im September sind es nur noch viereinhalb Monate bis zur Landtagswahl am 20. Januar 2013.

Von den neun Ministern um Regierungschef David McAllister haben sich einzig Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) und Umweltminister Stefan Birkner (FDP) für Reisen ins Ausland entschieden. Während Althusmann mit Frau und Kind einige Tage nach Dänemark fährt, war Birkner bereits zum Ferienstart mit Frau und Kindern in Skandinavien. Die meiste Zeit wollen beide aber in Niedersachsen verbringen, Althusmann will dann auch seinen Hund Eddy erziehen. „Bisherige Versuche waren nur bedingt erfolgreich. Er ist ein ziemlicher Dickkopf“, sagt Althusmann.

Regierungschef David McAllister (CDU) zieht es mit Ehefrau Dunja und seinen Töchtern wie in den vergangenen Jahren in den eigenen Strandkorb in Cuxhaven. „Meinen Sommerurlaub verbringe ich ansonsten zu Hause in Bad Bederkesa. Da ich das ganze Jahr über sehr viel unterwegs bin, freue ich mich auf die Zeit mit der Familie.“

Dagegen will sein Kontrahent bei der Landtagswahl 2013, SPD-Herausforderer Stephan Weil, gen Süden reisen, geplant ist eine mehrtägige Tour entlang der Donau. „Wandern ist die beste Erholung für mich.“

Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) will ebenfalls die Wanderschuhe anlegen und plant eine Reise mit Freunden in den Harz. „Das mache ich mehrmals im Jahr“, sagt Bode, der in diesem Jahr hoch hinaus will. „Ich will auf den Brocken laufen und zwar wie üblich über den sogenannten "Knochenbrecherweg". Hoffentlich bleibt alles heil.“ Darüber hinaus wolle er sich vor Ort anschauen, „wo unsere Tourismusförderung so hin fließt und was mit den Geldern genau gemacht wird“.

Die zweifelsohne ungewöhnlichste Ferienbeschäftigung hat sich Justizminister Bernd Busemann vorgenommen. „Ich verbringe meinen Urlaub zu Hause im wunderschönen Emsland und widme mich dem Hüten meiner Schafe“, sagt er. Was für Außenstehende ungewöhnlich klingen mag, ist für den CDU-Landespolitiker ganz normal. Seit mehr als 15 Jahren züchtet er in Dörpen mit seiner Frau Ilse-Marie Bentheimer Landschafe.

Vollends abschalten können die meisten Politiker auch im Urlaub aber so gut wie nie. SMS und Telefonate lassen sich schließlich auch vom Strandkorb aus erledigen. Aber auch der eine oder andere Termin steht an. So etwa bei Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU), die sich trotz freier Tage einen Besuch bei den Sommerlichen Musiktagen in Hitzacker nicht entgehen ließ. Ansonsten will die Politikerin lesen und Zeit mit ihrer Familie verbringen.

Bleiben aus dem Kabinett noch Finanzminister Hartmut Möllring, Sozialministerin Aygül Özkan und Innenminister Uwe Schünemann (alle CDU). Während der begeisterte Wintersportler Möllring zugunsten eines Ski-Urlaubs im Oktober im Sommer zu Hause bleibt, wollen Schünemann und Özkan mit ihrer Familie im Weserbergland und Hannover „Urlaub“ machen. „Einfach mal abschalten, gemeinsame Zeit mit den Kindern verbringen und Kraft tanken für die nächsten Monate“, wünscht sich Schünemann. Özkan wartet zudem gespannt auf die Bundesliga: „Ich freue mich gemeinsam mit meinem Sohn Sinan und meinem Ehemann Hakan besonders auf den Start der 96-Fußballsaison.“

Dass es auch niedersächsische Politiker in den Ferien in die Ferne ziehen kann beweist etwa der Chef der Grünen-Landtagsfraktion, Stefan Wenzel. Gemeinsam mit seiner Tochter ist der 50-Jährige in Tansania auf Safari. Während der Vater-Tochter-Reise will er dort auch einen alten Freund besuchen.

dpa

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