Mathe-Nachhilfe

Landesregierung weist Uni-Forderung zurück

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Zu schwierig für Erstsemester? Uni-Präsident Erich Barke forderte ein Vorsemester für Mathematik-Studenten, die Landesregierung lehnt das ab.

Hannover - Die niedersächsische Landesregierung weist Forderungen nach einem verpflichtenden Vorsemester an den Hochschulen zurück. Hannovers Uni-Präsident Erich Barke hatte sich im Gespräch mit der HAZ wegen der Mathematik-Defizite vieler Studenten dafür ausgesprochen.

„Wir weisen den Vorwurf entschieden zurück, dass in den Schulen nicht ausreichend vorbereitet wird“, sagte der Sprecher des Kultusministeriums, Roman Haase. Auch der Sprecher des Wissenschaftsministeriums, Christian Stichternath, sah kaum Handlungsbedarf. Er meinte: „Es gibt zudem die Möglichkeit, durch zusätzliche Tutorien nachzusteuern.“

Immer mehr Studienanfänger der technischen und naturwissenschaftlichen Fächer haben Probleme mit der Mathematik. „Das Niveau, das viele Gymnasiasten an die Universität mitbringen, reicht nicht aus“, bemängelte Barke. Er forderte ein verpflichtendes Vorsemester – mit dem Ziel, die hohen Abbruchquoten in den technischen und naturwissenschaftlichen Fächern zu senken. Mit seiner Forderung steht Barke nicht allein da: Die TU9, der Zusammenschluss der neun führenden deutschen Technik-Universitäten, unterstützt den Vorstoß.

Die Defizite zeigten sich an den extrem hohen Durchfallquoten bei Klausuren, sagt Barke. So hätten beispielsweise bis zu 90 Prozent der Teilnehmer eine Elektrotechnik-Grundlagenklausur an der hannoverschen Uni nicht bestanden. Auch dreiwöchige Mathe-Intensivkurse, die die Uni Studienanfängern der MINT-Fächer vor dem Studium auf freiwilliger Basis anbiete, hätten nicht den gewünschten Erfolg gezeigt.

r./dpa

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