Untreue-Prozess

Landrat belastet Ex-Agrarminister Funke

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Foto: Im Untreue-Prozess gegen den Ex-Agrarminister Funke werden schwere Vorwürfe erhoben.

Oldenburg - Im Untreue-Prozess gegen Ex-Agrarminister Karl-Heinz Funke hat der heutige Wasserverbands-Vorsteher Frank Eger schwere Vorwürfe gegen den früheren SPD-Politiker erhoben. „Wir fühlten uns von ihm verschaukelt“, sagte Eger nach Angaben eines Sprechers des Landgerichts in Oldenburg am Dienstag.

Funke soll sich 2007 seine Silberhochzeitsfeier vom Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) bezahlen lassen haben. Damals war er dessen ehrenamtlicher Vorsteher.

Eger ist Landrat im Kreis Oldenburg, Vorstandsmitglied des OOWV und seit Januar 2010 Funkes Nachfolger. Als die Vorwürfe gegen den früheren Bundesminister bekanntgeworden seien, habe Funke versucht die Kostenübernahme zu verschleiern, indem er die Summe auf vier Rechnungen aufgeteilt habe, sagte Eger. Die Staatsanwaltschaft wirft Funke außerdem vor, das Gehalt des OOWV-Geschäftsführers eigenmächtig erhöht zu haben.

Die Affäre um seine Silberhochzeitsfeier hatte das frühere politische Schwergewicht alle Ämter gekostet und schließlich auch seine Mitgliedschaft in der SPD. Der Prozess soll am 30. August fortgesetzt werden. Am 4. September soll dem Gerichtssprecher zufolge der niedersächsische Landtagspräsident Hermann Dinkla, der ebenfalls dem OOWV-Vorstand angehörte, als Zeuge aussagen. Funke könnten bei einer Verurteilung wegen Untreue bis zu fünf Jahre Haft oder eine Geldstrafe drohen.

dpa

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