Nordharz

Lastwagen überfährt jungen Luchs

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Langelsheim - Tiertragödie im Nordharz: Ein junger Luchs ist an einer Bundesstraße bei Langelsheim im Kreis Goslar von einem Lastwagen überfahren worden. Der Lkw-Fahrer setzte seine Fahrt fort. Es ist bereits der 13. Luchs, der seit Wiederansiedlung im Harz überfahren wurde.

Ein Luchs ist im Nordharz vermutlich am Montagabend von einem Lkw überfahren und dabei getötet worden. Der Fahrer hat sich laut Polizei nicht um das verendete Tier gekümmert und ist weitergefahren. Der Luchs ist ein im Frühjahr 2014 geborenes Jungtier, das noch von seiner Mutter geführt wurde.

Polizisten entdeckten am Montagabend an der Bundesstraße 82 bei Langelsheim den Kadaver. Aus der Dunkelheit hörten sie zudem die Rufe anderer Raubkatzen. Die Beamten befürchteten daher, bei dem toten Luchs könnte es sich um ein Muttertier handeln, nach dem dessen Junge rufen.

Bei einer genaueren Untersuchung stellte sich aber zum Glück heraus, dass das Muttertier noch lebt. Die Luchsin und mindestens ein weiteres Jungtier riefen nach dem überfahrenen Jungen. Das Muttertier hatte sich schließlich überzeugt, dass das Junge tot ist und ist dann verschwunden. Bei dem toten Luchs handele es sich um ein im Frühjahr 2014 geborenes Jungtier, dass noch von seiner Mutter geführt wurde, sagte Luchs-Expertin Lilli Middelhoff vom Nationalpark Harz.

Im Harz fallen immer wieder Luchse dem Verkehr zum Opfer. Insgesamt wurden seit Beginn der Wiederansiedlung im Harz mindestens 13 Luchse von Autos, Lastwagen oder Zügen überfahren. Ein besonders tragischer Fall ereignete sich Ende 2008. Eine zwei Jahre zuvor ausgewilderte Luchsin und eines ihrer Jungtiere wurden auf der B 243 nahe Seesen überfahren. Zwei weitere Jungluchse konnten damals eingefangen und aufgepäppelt werden. Das vierte Jungtier blieb verschwunden. Auf sich allein gestellte Jungtiere haben laut Middelhoff kaum eine Überlebenschance.

dpa

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