Schnellstrecke Hannover-Hamburg-Bremen

Es lebe die Y-Trasse

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Hannover - Nach der Abkehr von der ursprünglichen Verbindung werden nun Alternativen zur Y-Trasse diskutiert. Egal wie die Entscheidung fällt, zur Entlastung hat die Bahn bereits einen neuen Korridor für Güterzüge durch Ostdeutschland im Bau.

Erste Überlegungen zum Bau der Y-Trasse gab es bereits in den siebziger Jahren, als Fortsetzung der 1991 in Betrieb gegangenen ICE-Strecke Würzburg-Hannover wurden die Planungen für eine Schnellstrecke von Hannover Richtung Hamburg und Bremen vorangetrieben. Die Trassenwahl sorgte für Widerstand bei der Bevölkerung und neben dem Schnellverkehr geriet zunehmend auch der wachsende Güterverkehr aus den norddeutschen Seehäfen in den Fokus. Beide Zugarten kämen sich auf der Y-Trasse in die Quere, warfen Kritiker ein. Ausweichgleise und ein Abzweig für die Güterzüge bei Hannover trieben die Kosten in nicht mehr tragbare Höhe.

Über welche Varianten wird jetzt diskutiert?

Offiziell ist die ursprüngliche Y-Trasse noch nicht aus dem Rennen, die landesplanerische Feststellung verliert 2016 aber ihre Gültigkeit. Vorrangig in der Diskussion sind drei von der Deutschen Bahn im Auftrag des Bundes ausgearbeitete Varianten, für die in Kürze eine Kosten-Nutzen-Berechnung vorliegen soll. Eine der Alternativen ist eine Neubaustrecke vom Hamburger Rangierbahnhof Maschen über Soltau nach Celle ergänzt um einen Ausbau der Strecke Bremen-Soltau. Eine zweite Variante ist der Ausbau der bestehenden Strecke von Hamburg über Lüneburg bis Celle und eine dritte Lösung ist eine Neubaustrecke aus dem Raum Maschen bis nach Unterlüß im Kreis Celle.

Welche Variante bevorzugt die Deutsche Bahn?

Offiziell überlässt die Bahn es inzwischen dem Bund als Bauherren, sich zur Trasse zu äußern. Lange hat die Bahn an der ursprünglichen Y-Trasse festgehalten, weil sie auch den ICE-Verkehr beschleunigt. Bahnverantwortliche sagten auch, dass es besser sei, die fertig geplante Verbindung mit ihren Unzulänglichkeiten zu bauen, als viele weitere Jahre in eine neue Planung mit ungewissem Ausgang zu stecken.

Kann man nicht einfach die bestehenden Strecken ausbauen, statt neue Schneisen durch Natur und Siedlungen zu planen?

Wenn langsame Güterzüge und schnelle ICE-Züge auf getrennten Strecken fahren, kommen beide schneller voran. So geschieht dies etwa zwischen Hannover und Würzburg, wo ICE die Schnellstrecke nutzen, und die Güterzüge sich die alte Strecke mit Regionalbahnen teilen. Fahren Güter- und Schnellzüge auf demselben Gleis, führt dies zu Behinderungen und Verzögerungen - vor allem die schwerfälligen Güterzüge verlieren bei jedem Ausweichhalt viel Zeit. Der Ausbau bestehender Strecken führt dort außerdem für längere Zeit zu Beeinträchtigungen, wie in letzter Zeit zwischen Hamburg und Lüneburg.Gibt es parallel zur Y-Trasse weitere Bemühungen, Platz für zusätzliche Güterzüge zu schaffen?

Vom Rangierbahnhof Maschen bei Hamburg bis nach Lüneburg wird die bestehende Strecke um ein drittes Gleis erweitert, das im Juni durchgehend in Betrieb geht. Die Strecke von Uelzen nach Stendal wird in mehreren Etappen ausgebaut, damit Güterzüge aus den Seehäfen statt der überlasteten Nord-Südverbindung die Strecke über Magdeburg, Reichenbach, Regensburg Richtung München nutzen können. Außerdem entsteht so Anschluss Richtung Osteuropa und den geplanten Rangierbahnhof in Halle.

dpa

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