Reform

Lehrerstudium soll näher an der Praxis sein

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Foto: An der Universität Hildesheim liegt der Schwerpunkt auf der Lehrerausbildung. Diese soll jetzt durch das Land gestärkt werden.

Hannover - Angehende Grund-, Haupt- und Realschullehrer sollen schon im Studium mehr Praxisnähe vermittelt bekommen. Deshalb haben das Wissenschafts- und das Kultusministerium die Universitätsausbildung neu geregelt und in einem Kooperationabkommen mit den Hochschulen beschlossen.

Die Ministerinnen Frauke Heiligenstadt (Kultus) und Gabriele Heinen-Kljajic (Wissenschaft) stellten am Dienstag mit dem Präsidenten der Landeshochschulkonferenz, Jürgen Hesselbach, das neue Studienmodell vor. Es zielt auf eine engere Verzahnung von Praxis und Theorie. Hesselbach: „Damit stärken wir die Lehrerausbildung.“

Kern der Reform ist eine Verlängerung des Studiums um ein Jahr (zwei Semester). Konnten angehende Grund-, Hauptschul- und Realschullehrer früher in vier Jahren zum Ersten Staatsexamen kommen, brauchen sie künftig fünf Jahre. An die sechs Semester im Bachelorstudium schließen sich künftig vier Semester Masterstudium an, zwei mehr als früher. Auf eine höhere Besoldung können die besser Ausgebildeten allerdings nicht rechnen – im Gegensatz zu den Gymnasiallehrern, die ein gleich langes Studium haben. Ministerin Heiligenstadt meinte dazu, dass sich die Bezahlung nicht an der Studienlänge orientiere. „Es gibt keinen Grund, warum ein Grundschullehrer kürzen studieren sollte als ein Gymnasiallehrer“, meinte Ministerkollegin Heinen-Kljajic.

Rund 1600 Studierende werden im kommenden Wintersemester in den neu konzipierten Masterstudiengängen erwartet, die auch durch ein 18-wöchiges Schulpraktikum geerdet werden, das die Universitäten begleiten. Dozenten der Lehrerausbildungsseminare betreuen die Studenten. Hochschulpräsident Hesselbach wies darauf hin, dass mit dem neuen Studiengang (er nennt sich GHR 300) auch die Möglichkeit ergibt, sich promovieren zu lassen – für den, der die Theorie der Praxis vorzieht.

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