Osterode

Leiche liegt monatelang auf Hochsitz

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Osterode - Ein Jogger hat die mumifizierte Leiche eines 54-jährigen Mannes auf einem Hochsitz im Wald bei Osterode gefunden. Der Leichnam muss dort seit Monaten schon gelegen haben.

Ein wohnungsloser Mann aus Osterode hat mindestens seit dem vergangenen Sommer tot auf einem Hochsitz gelegen. Wie ein Sprecher der Polizeiinspektion Northeim/Osterode am Freitag sagte, starb der 54-Jährige dort womöglich sogar schon Ende April 2013. Ein Jogger habe die mumifizierte Leiche entdeckt, als er - abweichend von seiner üblichen Laufrunde - von einem Waldweg aus eine Abkürzung nehmen wollte. Der Hochsitz stehe 100 Meter vom befestigten Wanderweg zur Hanskühnenburg entfernt versteckt hinter Bäumen.

Die Leiche sei bereits am 31.Januar gefunden worden, als noch Schnee lag. Der Tote lag rücklings auf dem Hochsitz, die Füße auf einer der oberen Leitersprossen. Die mittlerweile abgeschlossene Obduktion ergab keine Hinweise auf Fremdverschulden, aber auch keine auf Suizid. Denkbar sei, dass der als alkoholkrank bekannte Mann auf dem Hochsitz übernachten wollte und dort einem Herzinfarkt erlag, sagte der Polizeisprecher. „Er hatte seine Wohnung im April aufgegeben, nachdem er sich wegen Mietschulden mit dem Vermieter zerstritten hatte.“ Das letzte Lebenszeichen gab es am 26. April 2013. An dem Tag sei der Mann bei der Polizei wegen eines Ladendiebstahls und wegen Sachbeschädigung in der Wohnung befragt worden. „Seitdem verliert sich die Spur.“ An die Stadt habe sich der Wohnungslose offenbar nicht wegen einer neuen Bleibe gewandt.

Niemand habe den aus Thüringen stammenden 54-Jährigen vermisst gemeldet, der seit rund zwei Jahren in einem Ortsteil von Osterode lebte. „Seine Schwester dachte, er macht mal wieder eine Entziehungskur.“ Bei der Obduktion seien Ausweispapiere des Mannes gefunden worden, und sicherheitshalber sei zusätzlich DNA entnommen worden. Dass ein Hochsitz über viele Monate nicht von Jägern genutzt wird, sei nach Auskunft eines örtlichen Försters kein Einzelfall, berichtet der Polizeisprecher: dann nämlich, wenn das Wild neuerdings andere Stellen bevorzugt. So war es erst der Jogger, der durch unberührten Schnee zu dem Hochsitz lief - und nach dem grausigen Fund sofort die Polizei alarmierte.

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