Emder Mädchenmord

Lenas Mutter fordert Schadensersatz

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Das Grab der kleinen Lena in Emden.dpa

Hannover - Dem wegen Mordes an der kleinen Lena angeklagten 18-Jährigen droht nicht nur eine lebenslange Haftstrafe: Die Angehörigen des Mädchens aus Emden werden im Strafprozess als Nebenkläger auftreten und fordern Schadensersatz und Schmerzensgeld.

Die Mutter und der jüngere Bruder der kleinen Lena aus Emden fordern vom mutmaßlichen Mörder des Mädchens Schadensersatz und Schmerzensgeld. Das hat der Beistand der Familie am Donnerstagnachmittag erklärt. Die Angehörigen treten als Nebenkläger im Prozess gegen den 18 Jahre alten Angeklagten auf. Er muss sich von Montag an vor dem Landgericht Aurich wegen Mordes verantworten. „Durch ihre Teilnahme wollen sie Lena Gesicht und Stimme geben“, sagte Rechtsanwalt Bernhard Weiner. „Sie hoffen auch darauf, Antwort auf die Frage zu bekommen, ob Lena noch leben könnte.“

Der Angeklagte soll am Nachmittag des 24. März die elf Jahre alte Lena in einem Emder Parkhaus vergewaltigt und anschließend getötet haben. Dem Mann wird außerdem versuchte Vergewaltigung vorgeworfen. Der 18-Jährige aus dem Kreis Aurich hatte im November 2011 eine Joggerin angegriffen, nur kurz, nachdem er aus einer jugendpsychiatrischen Einrichtung entlassen worden war.

Rechtsanwalt Weiner begründete die Nebenklage von Lenas Bruder damit, dass sich seine Kindheit und sein Heranwachsen „durch den brutalen Mord“ unwiderruflich verändert hätten. Wie seine Mutter fordert er Schmerzensgeld für den Schock, den die Nachricht vom gewaltsamen Tod ausgelöst habe. Diese hätten zu erheblichen gesundheitlichen Belastungen geführt. Auf der Liste der Forderungen steht auch ein Schadensersatz, unter anderem für die Beerdigungskosten.

Weiner kündigte außerdem an, vor Gericht für den Schutz der Privatsphäre der Opferfamilie zu kämpfen. Er will mit Anträgen verhindern, dass durch die Verhandlung konkrete Details wie der Nachname der Familie oder die genaue Tatausführung an die Öffentlichkeit gelangen.

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