Zentralgebäude der Leuphana-Universität

Libeskind-Bau könnte noch teurer werden

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Foto: In der Planung war noch von einer Gesamtsumme von 58 Millionen Euro ausgegangen worden, die das Land in den futuristischen Bau des New Yorker Stararchitekten investieren wollte.

Hannover/Lüneburg - Das von Daniel Libeskind entworfene neue Zentralgebäude der Leuphana-Universität in Lüneburg könnte noch teurer werden - das räumte das Wissenschaftsministerium am Mittwoch auf Nachfrage ein. Zuvor hatte der NDR berichtet, dass die Kosten mittlerweile auf 89 Millionen Euro geschätzt werden.

In der Planung war noch von einer Gesamtsumme von 58 Millionen Euro ausgegangen worden, die das Land in den futuristischen Bau des New Yorker Stararchitekten investieren wollte. Doch schon zu Beginn der Bautätigkeit musste diese Zahl nach oben korrigiert werden. Zuletzt kalkulierte die Universität mit 72 Millionen Euro. Der NDR zitiert jetzt aus einem internen Papier, das die Kosten auf eben jene 89 Millionen Euro festgelegt hat.

„Das ist im Grundsatz nicht neu“, sagte dazu gestern ein Sprecher des Wissenschaftsministeriums. Bereits im März 2014 habe die Oberfinanzdirektion im Auftrag der Landesregierung eine Risiko-Analyse erstellt und sei zu dem Ergebnis gekommen, dass die damals festgelegte Obergrenze von 72 Millionen Euro „nochmals um 15 Millionen Euro übertroffen werden könnte“. Schlimmstenfalls sei sogar mit einer Kostensteigerung auf 115 Millionen Euro zu rechnen. Das Ministerium könne daher auch jetzt weitere Kostensteigerungen nicht ausschließen, sagte der Sprecher: „Wir sehen weitere Risiken.“

Ein Problem sind wohl vor allem die EU-Fördermittel. Diese könnten verfallen, sollte der Bau nicht rechtzeitig fertig werden. Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) hatte vor eineinhalb Jahren ein strenges Kostenmanagement eingeführt. Gleichzeitig hat sie klargemacht, dass für das Land ein Ausstieg aus dem teuren Projekt nicht mehr infrage komme.

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