Radio-Analyse

Lieber die Öffentlich-rechtlichen

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Foto: Nach der jüngsten Media-Analyse liegt der öffentlich-rechtliche Rundfunk bei den niedersächsischen Hörern weit vorne.

Hannover - Zweimal im Jahr fiebern die Radiostationen der jüngsten Media-Analyse entgegen. An diesem Branchenbarometer hängen die Werbeeinnahmen, die Zukunft von ganzen Sendeformaten – und manchmal auch ein Job in der Chefetage. Nun ist die jüngste Statistik draußen.

Der Norddeutsche Rundfunk hat mit seinen Radioprogrammen in Niedersachsen die Spitzenplätze bei der Hörergunst verteidigt. NDR 1 Niedersachsen steigerte sich merklich und hat inzwischen fast ein Viertel Marktanteil. Der Schwestersender NDR 2 hielt sich bei leicht positiver Tendenz auf Rang zwei und kommt etwa auf ein Fünftel Marktanteil. Das sind Ergebnisse der am Dienstag vorgestellten Media-Analyse, die zweimal im Jahr wie ein Barometer über Trends auf dem Markt der Radiomacher und -hörer informiert.

Auf Platz drei zwischen Harz und Küste behauptete sich Radio ffn und bleibt damit Marktführer bei der privaten Radiokonkurrenz. Auf Platz vier - hinter ffn und den zwei öffentlich-rechtlichen Sendern - rangiert erneut Hit-Radio Antenne, das Einbußen verzeichnete.

In Bremen ist die Verteilung ähnlich. Die öffentlich-rechtlichen Sender mit den Programmen von Radio Bremen machen die Spitzenplätze unter sich aus. Während der Servicesender Bremen Eins den vordersten Rang mit leichten Marktanteilsverlusten verteidigte (23,4 Prozent nach zuvor 24,1 Prozent), legte die Jugendwelle Bremen Vier in dem kleinsten Bundesland wieder leicht zu (19,0 nach 18,3 Prozent). Den Kollegen der privaten Konkurrenz von Energy Bremen gelang erneut ein Achtungserfolg - der Drittplatzierte ist seit längerem im Aufwind.

NDR-Intendant Lutz Marmor lobte die Gewinner: „Das ist großartig. Wir haben unseren Erfolg in Niedersachsen weiter steigern können“, sagte er laut Mitteilung. Der Direktor des NDR-Landesfunkhauses in Niedersachsen, Arno Beyer, zeigte sich ebenfalls zufrieden. Besonders der Zugewinn bei NDR 1 freue ihn. „Das ist wichtig, weil wir in den letzten ein, zwei Jahren unser Musikangebot von Schlager hin mehr auf Oldies ausgerichtet haben“, sagte er. Die Media-Analyse sei nun eine Bestätigung für diesen Reformkurs, der behutsam ablaufen müsse.

Grund zum Feiern sieht auch ffn, wo der Marktanteil konstant bei etwa 15 Prozent steht und die Hörerzahl pro durchschnittlicher Stunde mit 401.000 nach kleinen Verlusten aus der vorherigen Media-Analyse vom Frühjahr wieder minimal zulegte. „Wir sind das erfolgreichste private Angebot, das es in ganz Norddeutschland gibt. Darauf sind wir sehr stolz“, sagte ffn-Geschäftsführer Harald Gehrung. Wie sein Kollege Beyer vom NDR warnte auch er vor Hau-Ruck-Reformen. „Wir wissen, Radiohörer sind eigentlich treue Seelen.“ Es gelte also, die Hörerschaft behutsam mitzunehmen. „Das ist die Kunst“, sagte Gehrung.

Einbußen gab es für Hit-Radio Antenne. Geschäftsführer Kai Fischer sagte, ein Kurswechsel laufe aber an. „Die Hörer in Niedersachsen haben uns klar gesagt, wie „ihr“ Radio klingen muss. Auf Basis dieser Erkenntnisse werden wir zum Herbst mit einem komplett neuen Programm starten“, ließ er erklären. Platz drei unter den Privaten bleibt bei Radio 21, das bei sinkenden Hörerzahlen pro durchschnittlicher Stunde (67.000 nach 74.000) den Zugewinn vom Frühjahr zwar wieder weitgehend verlor, den Marktanteil von rund 2 Prozent aber konstant hielt.

Nach einem großen Sprung erneut zulegen konnte Energy Bremen. Der Sender zählt mittlerweile pro durchschnittlicher Stunde 24.000 Hörer, nur 10.000 weniger als der Zweitplatzierte Bremen Vier. Diesen Frühling hatte Energy um 10 000 Hörer zugelegt, nun um 2000 weitere.

Die zweimal im Jahr erstellte Media-Analyse gibt Radiomachern Hinweise, welche Programmelemente beliebt sind und welche weniger. Vor allem für die Privatsender sind die Zahlen von Bedeutung. Denn je besser ein Programm ankommt, desto höher sind die Werbeeinnahmen. Zur Ermittlung der Werte werden mehr als 60.000 Menschen befragt.

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