Erdbeben in Niedersachsen

Linke wollen tiefergehende Analyse

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Foto: Der Obmann der Linken im Umweltausschuss des Bundestages, Hubertus Zdebel.

Hannover - Die Linken im Bundestag fordern umfangreichere Untersuchungen jener Erdbeben in Niedersachsen, die in Zusammenhang mit der Erdgasförderung stehen. Wie der Obmann der Linken im Umweltausschuss des Bundestages, Hubertus Zdebel, unter Berufung auf das Landesbergbauamt berichtete, gab es seit 1977 rund 60 Beben in den betroffenen Gebieten.

"Die Bundesregierung und die rot-grüne niedersächsische Landesregierung müssen endlich handeln und die Erdbebenrisiken umfassend bewerten", warnte der Obmann der Linken im Umweltausschuss des Bundestages, Hubertus Zdebel, am Freitag.

Wie er unter Berufung auf das Landesbergbauamt berichtete, gab es seit 1977 rund 60 Beben in den betroffenen Gebieten. Mehr als die Hälfte davon hätten Anwohner "deutlich gespürt". Zdebel forderte ein Drosseln der Förderung, bis Untersuchungen mehr Gewissheit brächten.

Zuletzt hat laut der Behörde die Erde Mitte Juli in Staffhorst im Kreis Diepholz gebebt. Als Auslöser sei die dortige Erdgasförderung wahrscheinlich. Am Epizentrum befindet sich ein Erdgasfeld, in dessen Nähe es schon 1996, 2011 und zuletzt Anfang Mai schwache Beben gab. Das jüngste Beben von Mitte Juli erreichte eine Stärke von 2,1 und lag damit laut der Behörde "an der Grenze der Spürbarkeit". Gläser im Schrank dürften bei dieser Stärke noch nicht einmal geklirrt haben.

Das jüngste von der Behörde im Detail bewertete Beben im Zusammenhang mit der Erdgasförderung in der Gegend stammt vom 1. Mai 2014 aus Syke. In seinen stärksten Ausprägungen erreichte es die Kategorie 5 von 12, wobei letztere eine Zerstörung fast aller Gebäude bedeutet. Das Syker Beben hatte diese Beschreibung: "Viele Schlafende erwachen. Wenige werden verängstigt. Gebäude werden insgesamt erschüttert. Hängende Gegenstände pendeln stark, kleine Gegenstände werden verschoben."

dpa

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