Stimme des Verstorbenen

Londoner U-Bahn stellt „Mind the Gap“- Ansage für Witwe zurück

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Foto: Oft besuchte die Witwe die Londoner U-Bahn um die Stimme ihres verstorbenen Mannes zu hören – am 1. November war diese dann auf einmal nicht mehr zu hören.

London - Der Sprecher der legendären „Mind the Gap“-Ansage in der Londoner U-Bahn ist lange tot. Regelmäßig ging seine Frau in eine der Stationen, um dessen Stimme zu hören. Zum Verdruss der Witwe wurde die Ansage kürzlich abgeschafft - nun lenkt London ein.

Mit dem legendären Satz „Mind the Gap“ warnt Londons U-Bahn die Fahrgäste vor der Lücke zwischen Bahnsteig und Zug - für die Witwe eines früheren Sprechers der automatischen Ansagen hat der Satz aber noch eine tiefere Bedeutung. Nach dem Tod ihres Mannes ging die Frau regelmäßig in eine der Untergrund-Stationen, in der die 40 Jahre alte Aufnahme noch genutzt wurde, um dessen Stimme zu hören. Vergangenen November allerdings tauschte die Bahn die Ansage gegen eine neue aus, wie der Sender BBC am Sonntag berichtete. Weil die Frau darüber so traurig war, entschloss sich die Transportbehörde nun, die Aufnahme zurückzuholen.

„Seit seinem Tod habe ich dort oft gesessen und auf den nächsten Zug gewartet, um seine Stimme zu hören“, sagte Margaret McCollum. „Am 1. November war er plötzlich nicht mehr da.“ Auf ihre Nachfrage teilte die Behörde mit, dass es ein neues digitales System gebe und die alte Aufnahme darin nicht integriert werden könne. Jetzt soll dies aber doch versucht werden.

„Ihre Geschichte hat uns sehr berührt“, sagte der Chef von London Underground, Nigel Holness. Seine Mitarbeiter hätten sich auf die Suche nach der alten Aufnahme gemacht. Demnächst sei sie wieder an der Station Embankment im Zentrum Londons zu hören. Die „Mind the Gap“-Ansagen gibt es seit 1969. Die Londoner U-Bahn feiert dieses Jahr ihren 150. Geburtstag.

dpa

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