Familiendrama

Mann erstach Kind und Frau vor Explosion

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Ermittler der Spurensicherung der Polizei stehen vor einem Mehrfamilienhaus in Salzgitter.

Salzgitter - Erst erstach er seine Freundin und das gemeinsame sechsjährige Kind, dann brachte er sich selbst um. Danach explodierte die Wohnung. Die Obduktion der drei Leichen hat etwas Licht in das Familiendrama von Salzgitter gebracht. Die Ermittler gehen von einer Beziehungstat aus.

Bei dem Familiendrama mit drei Toten in Salzgitter hat die Obduktion der Leichen wichtige Hinweise zum Tathergang ergeben. Der Mann hatte seine Freundin und die gemeinsame sechs Jahre alte Tochter mit mehreren Messerstichen getötet. Erst danach habe der 32-Jährige die Explosion in der Wohnung ausgelöst, sagte Birgit Seel, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Braunschweig, am Montag.

Die Untersuchung der Leiche des Mannes und die Spurenlage vor Ort haben außerdem ergeben, dass der 32-Jährige auch sich selbst mit dem Messer getötet hat. Mit großer Wahrscheinlichkeit muss er sich die Stiche zugefügt haben, nachdem er die Vorbereitungen für die Explosion getroffen hatte. Zum genauen Tathergang wollte sich die Staatsanwaltschaft aus Rücksicht auf andere Angehörige nicht näher äußern. Nur so viel: Der Mann habe offensichtlich große psychische Probleme gehabt.

Klar ist, dass die Gastherme im Badezimmer manipuliert worden ist. Die Ermittler fanden heraus, dass über eine längere Zeit Gas in die Wohnung geströmt war. In der Badewanne lagen Kleidungsstücke und Gegenstände, die entzündet worden waren und so die Explosion auslösten.

Polizei geht von Beziehungstat aus

Hinweise, dass weitere Personen an dem Drama beteiligt gewesen sind, haben die polizeilichen Untersuchungen nicht ergeben. Warum der Mann diese schreckliche Tat begangen hat, darüber kann nur gemutmaßt werden. Allerdings geht die Polizei von einer Beziehungstat aus. Die 27-jährige Frau wollte sich von dem 34-Jährigen trennen. Daraufhin habe er schon im Vorfeld der Tat mit Drohungen reagiert, die er per Handy seiner Freundin übermittelte, sagte Seel. Von Tötungsabsichten sei darin allerdings keine Rede gewesen.

Nachbarn hatten am Freitag berichtet, dass es am Vorabend der Tat und am frühen Morgen lautstarken Streit in der Wohnung der Familie gegeben habe. Feuerwehrleute hatten die drei Leichen nach den Löscharbeiten am Freitag entdeckt. Durch die Wucht der Explosion waren zwei Fenster herausgeflogen, eines davon wurde auf die Straße geschleudert. Weitere Menschen wurden aber nicht verletzt.

(mit: dpa)

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