Beziehungstat

Mann ersticht den neuen Freund seiner Frau

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Spurensuche: Ermittler und Rettungskräfte vor einem Wohnhaus in Papenburg.

Papenburg - Bei einem Streit zwischen zwei Männern ist am Sonntagabend im emsländischen Papenburg ein 36-jähriger Mann erstochen worden. Der mutmaßliche Täter, ein 33 Jahre alter Bekannter, wurde von der Polizei festgenommen und sitzt seit Montag in Untersuchungshaft.

Hintergrund des Streits könnte eine Beziehungstat sein, wie der Osnabrücker Oberstaatsanwalt Alexander Retemeyer am Montag sagte. Die Frau des mutmaßlichen Täters war aus dem gemeinsamen Haus ausgezogen und lebte seit Kurzem mit dem jetzt Getöteten zusammen. Die Polizei fand die Leiche am Sonntagabend gegen 20 Uhr vor dem Haus des verlassenen Ehemannes.

Damit ist innerhalb einer Woche der dritte Mensch in Niedersachsen mit einem Messer getötet worden. Am Heiligabend hatte in Wolfsburg ein 33 Jahre alter Mann den Lebensgefährten seiner Mutter erstochen. Am Sonnabend tötete, ebenfalls in Wolfsburg, ein 32-Jähriger seine gleichaltrige Ex-Freundin mit einem Küchenmesser. Beide Männer befinden sich in Haft, der 33-Jährige wegen Totschlagsverdacht, dem 32-Jährigen wird Mord vorgeworfen.

In Papenburg war es am Sonntagabend offenbar zum Streit gekommen, nachdem der neue Freund die Frau zum verlassenen Ehemann begleitet hatte. „Der Freund wartete vor dem Haus. Dann kam es zu der Auseinandersetzung“, sagte Retemeyer. „Wer das Messer bei sich hatte, ist unklar. Wir müssen den genauen Tatablauf noch klären.“ Die Obduktion der Leiche in der Rechtsmedizin in Oldenburg ergab, dass das Opfer durch mehrere Stiche in den Oberkörper starb. Laut Retemeyer beruft sich der 33-Jährige auf Notwehr. Er wurde mit Verletzungen am Unterschenkel im Krankenhaus behandelt.

Nach dem Tot der 32-jährigen Frau in Wolfsburg macht der mutmaßliche Mörder Erinnerungslücken geltend, wie der Braunschweiger Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe am Montag sagte. Er könne sich an die Messerstiche vom Sonnabend nicht erinnern - was sich die Ermittler nicht erklären können, da der 32-Jährige laut Ziehe keinen Alkohol und keine Drogen im Blut hatte. Der Ex-Freund hatte sich am Sonntag der Polizei gestellt.

Nach neuen Erkenntnissen der Ermittler wurde die Frau nicht vor ihrem Haus getötet, wie zunächst angenommen. Dort hat die Polizei ein 22 Zentimeter langes Küchenmesser gefunden. Offenbar wurde die 32-Jährige in ihrem in der Nähe geparkten Auto umgebracht. „Wir gehen davon aus, dass die Messerstiche von hinten ausgeführt wurden“, sagte Ziehe. Der Frau wurden drei Stiche zugefügt, einer mitten ins Herz. Möglicherweise habe der Mann sich dafür rächen wollen, dass die Frau ihn verlassen hatte.

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