Niedersächsischer Integrationspreis

Medizinische Flüchtlingshilfe ausgezeichnet

„Ursachen für Flucht beseitigen“: Doris Schröder-Köpf, Alina Bronsky, die Preisträger Florian Muarrawi und Maren Mylius sowie Ministerpräsident Stephan Weil (von links) bei der Verleihung des niedersächsischen Integrationspreises.Foto: Behrens

Hannover - Hannover. Die Gewinner des diesjährigen niedersächsischen Integrationspreises stehen fest: Ministerpräsident Stephan Weil und die Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf (beide SPD), haben am Montagabend drei Vereine und zwei Einzelpersonen ausgezeichnet.

Zudem erhielt die Gemeinde Friedland einen Sonderpreis. Der Wettbewerb stand unter dem Motto „Zuflucht Niedersachsen“. Mit dem Preis werden Menschen und Initiativen geehrt, die sich für Flüchtlinge in Niedersachsen und deren Integration einsetzen. Ausgezeichnet wurden unter anderem die Medizinische Flüchtlingsberatung Hannover und die Medizinische Flüchtlingshilfe Göttingen. Die beiden Vereine ermöglichen Migranten ärztliche Hilfe und rechtliche Beratung. So unterstützen sie schwangere Frauen, auch wenn diese keine Papiere haben. In Hannover beteiligen 15 Medizinstudenten und eine Ärztin an der Hilfe.

Er freue sich über das ehrenamtliche, nachbarschaftliche Engagement der Preisträger, sagte Weil bei der Preisverleihung im Alten Rathaus in Hannover. Weltweit seien mehr als 50 Millionen Menschen auf der Flucht vor Verfolgung und Not. „Unser Bestreben muss es sein, die Ursachen für Flucht zu beseitigen und denen, die auf der Flucht sind, eine neue Heimat zu geben“, sagte Weil weiter. „Doch entscheidend für die Flüchtlinge ist auch, wie sie bei uns vor Ort aufgenommen werden.“ Doris Schröder-Köpf betonte, dass diejenigen, die die „Willkommenskultur für Flüchtlinge vor Ort leben“, die „Weltoffenheit Niedersachsens prägen“.

Auswahl aus 80 Vorschlägen

Die Jury, die sich unter anderem aus dem Hildesheimer Bischof Norbert Trelle und der Schriftstellerin Alina Bronsky zusammensetzte, musste ihre Auswahl aus 80 Vorschlägen treffen. Sie kürten außer den beiden medizinischen Hilfsorganisationen den Verein Refugium Wesermarsch aus Brake sowie Eva Bockhorst aus dem Kreis Vechta und Nino Novakovic aus Northeim. Der Preis ist mit jeweils 6000 Euro dotiert. Dieselbe Summe bekommt die Gemeinde Friedland, die mit einem Sonderpreis ausgezeichnet wurde. Sie erhielt die Auszeichnung für den Umgang ihrer Bürger mit dem dortigen Grenzdurchgangslager.

Bereits am Vormittag hatte Landessozialministerin Cornelia Rundt (SPD) die neuen „Koordinierungsstellen Migration und Teilhabe“ des Landes vorgestellt. Sie lösen die bisherigen „Leitstellen für Integration“ ab. In den neuen Koordinierungsstellen beschäftigen nicht mehr das Land, sondern die Kommunen entsprechende Mitarbeiter. „Wir stellen dafür 1,44 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt zur Verfügung“, sagte Rundt. Davon werde pro Kommune eine halbe Stelle finanziert - mit maximal 30 000 Euro pro Jahr.

Ziel sei es, vorhandene Initiativen für Flüchtlinge zu bündeln. „Die Koordinierungsstellen analysieren die Situation vor Ort. Sie koordinieren Angebote, bringen Akteure zusammen und stellen Kontakte her“, sagte die Sozialministerin. Bislang hätten 33 von 48 Kommunen beantragt, eine solche Stelle einzurichten. Der Geschäftsführer des Niedersächsischen Städtetages, Jan Arning, lobte, dass mit den Koordinierungsstellen „erstmals eine flächendeckende Versorgung sichergestellt“ sei. Die Kommunen nähmen aber das Thema Migration und Teilhabe schon seit mehreren Jahren ernst.

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