Kulturstaatsminister Bernd Neumann:

"Mehr Denkmalpflege-Engagement der Länder"

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Foto: Der Staatsminister Bernd Neumann am in der Bavaria Filmstadt Geiselgasteig in München.

Hannover/Bremen - Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) hat von den Ländern mehr Engagement in der Denkmalpflege gefordert. Finanzielle Kürzungen in diesem Bereich dürfe es nicht geben, erklärte Neumann zum Tag des offenen Denkmals, bei dem am Sonntag auch in Niedersachsen und Bremen Hunderte Stätten öffneten.

Im Mittelpunkt der bundesweiten Veranstaltung standen diesmal Bauwerke, die an den Nationalsozialismus und die dunklen Stunden der deutschen Geschichte erinnern. In Bremen war etwa der U-Boot-Bunker Valentin geöffnet, bei dessen Bau Tausende Zwangsarbeiter ums Leben kamen. "Auch ein so schreckliches Bauwerk wie der Bunker besitzt Denkmalwert", betonte der aus Bremen stammende Staatsminister Neumann.

"Es ist und bleibt ein zentrale Aufgabe, die Erinnerung an die Verbrechen der Nationalsozialisten und das Gedenken an die Opfer für alle Zeiten wach zu halten." In Niedersachsen beteiligten sich unter anderem die KZ-Gedenkstätte in Bergen-Belsen, die Pulverfabrik Liebenau und die Gedenkstätte Sandbostel am Tag des offenen Denkmals. Auch auf dem Bückeberg bei Hameln, wo in der NS-Zeit Reichserntedankfeste inszeniert wurden, gab es öffentliche Führungen mit Historikern.

Wie in jedem Jahr standen aber auch Museen, Mühlen, Kirchen, Burgen, Stiftungen, Feuerschiffe, Geschäftshäuser, frühere Gefängnisse und alte Schulgebäude offen. Auch Denkmale der Nachkriegszeit oder nicht mehr genutzte Industriebauten konnten besucht werden. Der Denkmaltag wird jedes Jahr am zweiten Sonntag im September abgehalten. Seinen Ursprung hat er in Frankreich, später griff der Europarat die Idee auf. Seit 1993 koordiniert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die bundesweiten Aktionen. Im vergangenen Jahr kamen mehr als 4,5 Millionen Besucher.

dpa

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