Masterplan rollt an

Mehr Naturschutz an der Ems

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Mit dem Masterplan Ems soll der Fluss, auf dem Kreuzfahrtschiffe von der Meyer-Werft im emsländischen Papenburg zur Nordsee überführt werden, saniert werden. Für den Küstenschutz (rechtes Bild) stehen in diesem Jahr über 60 Millionen Euro bereit.Fotos: dpa (2)

Papenburg - Niedersachsen beginnt mit der Umsetzung des Masterplan Ems. Um die Verschlickung des Flusses zu verhindern, sollen bis 2018 alle Möglichkeiten ausgelotet werden.

Der Name sagt schon alles: Zur „Quantum“-Klasse gehören die neuesten Ozeanriesen, die die Meyer-Werft vom emsländischen Papenburg über die Ems nach Emden überführt. 2016 steht die Überführung des dritten Kreuzfahrtschiffes dieses Typs an. Ein viertes wurde Anfang Mai bei der Meyer-Werft bestellt.

Damit der Fluss nicht völlig verschlickt und die Europäische Union nicht mit Gerichtsverfahren zum Gewässerschutz eingreift, haben sich die rot-grüne Landesregierung, Umweltverbände und einige Landkreise auf den Masterplan Ems geeinigt - nach langen Verhandlungen und unter Mühen. Wie dieses Vorhaben jetzt Schritt für Schritt umgesetzt werden soll, erläuterte gestern Umweltstaatssekretärin Almut Kottwitz im ostfriesischen Norden.

Um das Schlickproblem in den Griff zu bekommen, sollen bis zum Jahr 2018 Möglichkeiten ausgelotet werden, an einem alten Emsarm bei Papenburg einen Tidepolder anzulegen. Diese etwa 20 Hektar große Fläche, direkt am Fluss gelegen, soll bei Hochwasser den Schlick auffangen, den der Fluss mit sich trägt. Dies sei eine Art große „Schlickfalle“, erläuterte die Staatssekretärin. 2016 soll nach Auskunft von Herma Heyken vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN) mit dem Bau dieses Polders begonnen werden - einer von insgesamt drei Poldern, die in der Planung seien.

Bereits im April hätten die Kartierungsarbeiten zur Sicherung des Bestandes von Vogelarten, Amphibien und Pflanzen begonnen. Nach der Brut- und Setzzeit im Juli folgen die Bodenuntersuchungen. Bis 2018 stünden insgesamt 22 Millionen Euro für den Masterplan zur Verfügung. Geprüft werden soll auch eine mögliche Tidesteuerung durch das Emssperrwerk, eine Machbarkeitsstudie hierfür soll bis zum Jahr 2016 fertig sein.

Im Zuge des Masterplanes wird Ende Mai auch eine Naturschutzstation Ems mit Sitz in Leer eröffnet, deren Mitarbeiter sich um Öffentlichkeitsarbeit, die Planung von Pflegemaßnahmen in den Naturschutzgebieten sowie die Erfassung des Bestandes von Flora und Fauna kümmern sollen. Es ist die vierte Naturschutzstation des NLWKN.

Ein wesentlicher Bestandteil des Jahresberichtes dieser Behörde ist der Küstenschutz. Den besten Schutz biete nach wie vor die Hauptdeichlinie an der Küste, sagte Staatssekretärin Kottwitz. Bei Deicherhöhungen berücksichtige man schon heute den Klimawandel, der höhere Meeresspiegel mit sich bringt. Man habe den Deich vorsorglich um 50 Zentimeter erhöht. „Damit sind wir für die kommenden Jahrzehnte gut aufgestellt“, meinte NLWKN-Chef Siegfried Popp. Für 2015 stünden mehr als 60 Millionen Euro für den Küstenschutz bereit. Anders als in den vergangenen Jahren, als etwa Orkantief „Xaver“ im Dezember 2013 schwere Verwüstungen verursachte, hatten die zahlreichen kleineren Sturmfluten zuletzt keine größeren Schäden zur Folge. Nur auf den Inseln Juist, Spiekerooge und Wangerooge sei es zu stärkeren Abbrüchen an Schutzdünen gekommen. Sie wurden repariert.

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