Kriminalitätsstatistik 2012

Mehr Wohnungseinbrüche in Niedersachsen

+
Foto: Letzte Amtshandlung: Innenminister Schünemann hat die Kriminalitätsstatistik für 2012 in Niedersachsen vorgelegt.

Hannover - Für Innenminister Uwe Schünemann ist es die letzte Amtshandlung: Der CDU-Politiker hat am Montagmorgen die Kriminalitätsstatistik vorgelegt. Mehr Wohnungseinbrüche haben die Zahl der Verbrechen in Niedersachsen im vergangenen Jahr leicht steigen lassen.

Selbst mit einem Rückgang der Aufklärungsquote von Einbrüchen auf 61% nehme Niedersachsen bundesweit aber weiter einen Spitzenplatz ein, betonte der scheidende Innenminister.

Einen spürbaren Rückgang gab es bei Gewalttaten, der Jugendkriminalität sowie der Kriminalität im Internet. Die Zahl der Wohnungseinbrüche legte um knapp ein Viertel zu. Häufiger als zuvor sind Polizeibeamte angegriffen worden. Gewalt gegen Beamte, Rettungsdienste und Feuerwehr sollten als separater Straftatbestand verfolgt werden, forderte Schünemann.

Mit dem Anstieg bei den Einbrüchen folge Niedersachsen einem bundesweiten Trend. Auch wenn die Mehrzahl der gefassten Täter aus dem Umfeld des Tatortes stammten und Deutsche seien, vermutet Schünemann osteuropäische Banden hinter dem Anstieg und der Vielzahl ungeklärter Fälle. „Diese Täter müssen an der Grenze dingfest gemacht werden“, forderte er. „Wir müssen sehen, dass die Bundespolizei im Grenzbereich die Kontrollen erhöht.“ Allerdings seien auch Mieter und Besitzer gefordert, ihre Wohnung sicherer zu machen. Terrassentüren etwa, über die Einbrecher bevorzugt in Häuser eindringen, ließen sich für wenig Geld zusätzlich sichern - ansonsten benötige ein Ganove nur 15 Sekunden, um die Tür aufzuhebeln.

Um fast ein Zehntel ging die Jugendkriminalität zurück. Bezahlt gemacht habe sich ein konsequentes Vorgehen gegen jugendliche Intensivtäter aber auch die Prävention, etwa durch die Bekämpfung des übermäßigen Alkoholkonsums Jugendlicher. Unter anderem wurden Alkohol-Testkäufe eingeführt, um das Verkaufsverbot von Alkohol an Jugendliche zu überprüfen. Alkohol war auch bei einem Drittel der Gewalttaten im Spiel. Zu dem ebenfalls seit mehreren Jahren rückläufigen Trend habe auch die Videoüberwachung beigetragen, sagte Schünemann. Brennpunkte hätten entschärft werden können, ohne dass die Gewalt sich automatisch in Nebenstraßen verlagert habe.

In Sachen Internet traute Schünemann indes den eigenen Zahlen nicht ganz. Trotz des von der Statistik ausgewiesenen Rückgangs gebe es vermutlich ein großes Dunkelfeld, sagte er. Eine spürbare Zunahme gab es bei der Zahl der von der Polizei ausgehobenen Indoorplantagen zum Hanfanbau, und dies nicht nur an der holländischen Grenze, sondern über ganz Niedersachsen hinweg.

Dem scheidenden Innenminister bescherten Mitarbeiterinnen seines Hauses nach der Vorlage der Kriminalitätsstatistik einen Fahndungserfolg besonderer Art. In Anspielung an das noch nicht gefasste Krümelmonster, dass sich des ungeklärten Diebstahls des Bahlsen-Kekses in Hannover bezichtigt hatte, servierten sie Krümelmonster-Muffins.

lni

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare