Mogeleien an Imbissbuden

Was ist in meinem Döner?

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Osnabrück/Oldenburg - Zuviel Hack im Dönerfleisch, minderwertiger Industriekäse statt hochwertigem Schafs- oder Ziegenkäse aus Griechenland: Bei solchen Mogeleien haben die Behörden einige Imbissbudenbetreiber in Nordwest-Niedersachsen erwischt.

Schummeleien in Dönerbuden und Pizzerien beschäftigen auch weiterhin die Osnabrücker Staatsanwaltschaft. Insgesamt gebe es 45 Ermittlungsverfahren im Bereich der Staatsanwaltschaft Osnabrück, sagte am Montag Oberstaatsanwalt Alexander Retemeyer. "Davon sind bislang drei bis vier abgeschlossen worden", sagte er. Die Ermittlungen seien langwierig. Am Montag berichtete die "Neue Osnabrücker Zeitung" über die Fälle.

Die Oldenburger Staatsanwaltschaft habe in 43 Fällen ermittelt. In elf Fällen sei ein Strafbefehl beantragt worden, der Rest sei teils mit, teils ohne Auflagen eingestellt worden, sagte Behördenleiter Roland Herrmann. Die Durchschnittshöhe der Strafbefehle liege zwischen 1000 und 3000 Euro. Die Ermittlungen waren im April bekanntgeworden, nachdem ein Strafverfahren gegen einen Dönerbuden-Betreiber aus Haselünne vor dem Amtsgericht Meppen gegen eine Zahlung von 500 Euro eingestellt worden war. Bei den Schummeleien geht es etwa um falsch deklariertes Fleisch oder Käse.

Laut Lebensmittelrecht dürfen die Döner-Fleischscheiben beispielsweise nicht mehr als 60 Prozent Hackfleisch enthalten. Ist der Anteil höher, sei das Essen eben kein Döner mehr, sondern nur noch eine Mahlzeit "nach Dönerart", sagte Herrmann. Retemeyer zufolge ist den Kunden oft auch statt des original griechischen Feta-Käses aus Schafs- oder Ziegenkäse minderwertigere Industrieware in den Salat getan worden. Laut "Neuer Osnabrücker Zeitung" sind die Ermittler auch auf Betrügereien mit Getränkedosen gestoßen.

Aus Nachbarländern wie den Niederlanden, Dänemark oder Litauen seien Coladosen ohne deutsche Beschriftung verkauft worden, sagte Retemeyer. Diese Dosen dürften in Deutschland nicht vertrieben werden. "Man kann sie hier nur illegal verkaufen", sagte der Oberstaatsanwalt. Aus Sicht der deutschen Verbraucher besonders ärgerlich sei, dass die deutschen Pfandsiegel fehlten. Wie groß der finanzielle Schaden durch die schwarz verkauften Dosen sei, stehe noch nicht fest.

dpa

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