Erinnerung an für NS-Verbrechen

Merkel: Völkermord an Sinti und Roma als Mahnung

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Foto: Eine Blüte vom „Eisenhut“ liegt auf einem Stein in der Brunnenmitte des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas.

Berlin - Zwei Jahrzehnte Diskussion, Streit und Hader – jetzt endlich kann das Denkmal für die in der NS-Zeit ermordeten Sinti und Roma eingeweiht werden. Eine späte Genugtuung.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat dazu aufgerufen, den Völkermord an den Sinti und Roma in der NS-Zeit als Mahnung für die Gegenwart zu verstehen. Jede Generation stehe aufs Neue vor der Frage, wie es dazu kommen konnte, sagte Merkel am Mittwoch bei der Einweihung des Sinti-Mahnmals in Berlin. „Dieser Völkermord hat tiefe Spuren hinterlassen und noch tiefere Wunden.“ Im ehrenden Gedenken der Opfer liege immer auch ein Versprechen, so verstehe sie auch den Auftrag zum Schutz von Minderheiten.

Sinti und Roma litten auch heute oftmals unter Ausgrenzung und Abgrenzung. Den Entwurf des israelischen Künstlers Dani Karavan würdigte Merkel als „Denkmal, das Gefühl und Verstand gleichermaßen anspricht“.

Der Entwurf kommt von dem israelischen Künstler Dani Karavan. Er hat eine kreisrunde, schwarze Wasserschale geschaffen, die Symbol für Tod, Vernichtung und neues Leben sein soll. Der Beschluss zur Errichtung fiel schon vor 20 Jahren. Diskussionen mit den Opferverbänden und Schwierigkeiten beim Bau sorgten aber immer wieder für Verzögerungen. Die Betreuung der Gedenkstätte übernimmt die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas.

dpa

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