Studie im Auftrag der Grünen

Mettbrötchen mit Keimen belastet

+
Foto: 16 Prozent der Mettbrötchen waren einer Studie zufolge mit Keimen belastet.

Berlin - Mettbrötchen mit Keimen: Der Verzehr von Schweinemett ist möglicherweise mit größeren Gesundheitsrisiken verbunden als bisher bekannt. Bei einer am Donnerstag veröffentlichten Untersuchung im Auftrag der Grünen stellte sich heraus, dass von 50 gekauften Mett-Proben 16 Prozent mit antibiotika-resistenten Keimen belastet waren.

Für die Untersuchung im Auftrag der grünen Bundestags-Fraktion wurden kurz vor Weihnachten in zehn deutschen Städten Mettwurst und Mettwurst-Brötchen in Supermärkten oder Bäckereien gekauft und anschließend im Labor analysiert. Bei acht Proben wurden Keime festgestellt. Die belasteten Proben stammten aus Supermärkten in Leipzig, München, Köln, Essen und Hamburg sowie aus einer Bäckerei in Osnabrück.

Vermutet wird, dass diese sogenannten ESBL-Keime - eine Abkürzung für bestimmte Enzyme - durch den Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung in das Fleisch gelangen. In großen Mastställen sind viele Tiere damit infiziert. Kritiker der Massentierhaltung fordern seit Längerem, dass der Einsatz von Antibiotika eingeschränkt oder ganz verboten wird.

Der agrarpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Friedrich Ostendorff, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag): "Antibiotikaresistente Keime auf roh verzehrtem Fleisch sind eine tickende Bombe." Gefährliche Bakterien wie Salmonellen würden dadurch resistent gegen heute schon seltene Antibiotika.

Nach Schätzungen sterben in Deutschland jedes Jahr etwa 30.000 Menschen, weil sie nicht mehr vollständig auf die Behandlung mit Antibiotika ansprechen.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare