Künstliches Koma

Michael Schumacher wird aus dem Koma geholt

+
Foto: Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher wird aus dem künstlichen Koma geholt.

Jerez - Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher wird aus dem künstlichen Koma geholt. Managerin Sabine Kehm bestätigte dies, nachdem es am Mittwoch bereits derartige Spekulationen über den Gesundheitszustand Schumachers gegeben hatte.

"Michaels Narkosemittel werden seit kurzem reduziert, um ihn in einen Aufwachprozess zu überführen, der sehr lange dauern kann", teilte seine Managerin Sabine Kehm am Donnerstag in einem schriftlichen Statement mit.

Die Sportzeitung „L’Équipe“ widmete sich sich bereits am Mittwoch unter der Schlagzeile „Eine entscheidende Woche“ auf zwei Seiten dem Schicksal des früheren Rennfahrers. Ohne eine Bestätigung durch das Management oder die behandelnden Ärzte hieß es, dass Schumacher positiv auf den Aufwachprozess reagiert habe. Managerin Kehm reagierte umgehend mit einem Statement in dreisprachiger Ausfertigung und dementierte die Gerüchte zunächst.

Schumacher liegt seit dem 29. Dezember mit einem schweren Schädel-Hirn-Traum im Krankenhaus von Grenoble. Die bis dato letzten offiziellen Informationen zu Schumachers Lage stammen vom 17. Januar. Sein Zustand wurde damals als stabil bezeichnet, die Ärzte würden ihn aber weiter als kritisch ansehen. Updates gab es seitdem nicht mehr, da es sich um die Intimsphäre Schumachers und seiner Familie handelt. Öffentliche Prognosen zu Schumachers Zustand und möglichen Folgen hatten die Ärzte daher vom ersten Tag an abgelehnt.

Generell können medizinische Prognosen bei einem Schädel-Hirn-Trauma und anschließendem künstlichen Koma sehr unterschiedlich ausfallen. „Ärzte setzen einen Patienten nur dann drei oder vier Wochen in künstliches Koma, wenn die Situation des Gehirns sehr ernst ist“, erklärte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Neurointensiv- und Notfallmedizin (DGNI), Andreas Ferbert. Ein tiefes künstliches Koma über vier Wochen aufrecht zu erhalten, sei daher eher unüblich.

Seit einem Monat sorgen sich auch seine ehemaligen Teamkollegen, Wegbegleiter und Rivalen um den siebenmaligen Weltmeister. Vor der Ferrari-Garage stand am Mittwoch bei den Testfahrten im spanischen Jerez de la Frontera eine Tafel mit den Worten „Forza Michael“.

Piero Ferrari: „Wir warten auf dich“

Der Sohn von Firmengründer Enzo Ferrari richtete auf der Homepage der Scuderia eine emotionale Botschaft an den ehemaligen Piloten des italienischen Rennstalls. „Lieber Michael, Du hast so viele Jahre bei Ferrari verbracht, Du bist einer von uns“, meinte Piero Ferrari: „Du hast uns so oft begeistert, uns große Freude bereitet, aber das Größte steht nun aus: nämlich dich hier in Maranello wiederzusehen“, schrieb er: „Wir warten auf dich.“

1267187

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare