Luftraum

Militärmaschine kommt Passierflugzeug zu nah

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Stockholm - Erst der Vorfall mit dem unbekannten U-Boot vor Stockholms Schären, nun ein Zwischenfall im Luftraum: Ein russisches Militärflugzeug ist einem Passagierflugzeug bedenklich nahe gekommen.

Der Zwischenfall habe sich am Freitag südlich von Schweden im internationalen Luftraum ereignet. Beim dem russischen Flugzeug sei der Transponder ausgeschaltet gewesen, teilte das schwedische Militär weiter mit. Damit sei es der zivilen Luftraumkontrolle nicht möglich, das Flugzeug zu sehen. Wie nahe sich die Flugzeuge gekommen waren, wurde nicht mitgeteilt.

.Das russische Verteidigungsministerium widersprach am Sonntag der schwedischen Darstellung. Keines seiner Flugzeuge sei in Kollisionsnähe zu einem Zivilflugzeug gewesen, erklärte das Ministerium am Sonntag laut einer Meldung der Agentur Itar-Tass. Sie zitierte einen Ministeriumssprecher mit den Worten: "Der Flug hielt sich strikt an die internationalen Regeln. Die Grenzen anderer Staaten wurden nicht verletzt, und es wurde eine sichere Distanz zu den Flugwegen ziviler Flugzeuge eingehalten." Das Militärflugzeug sei mehr als 70 Kilometer von dem betroffenen Zivilflugzeug entfernt gewesen.

Nach schwedischer Darstellung kam das russische Flugzeug im internationalen Luftraum dem SAS-Flug SK 1755 auf dem Weg von Kopenhagen nach Poznan in Polen sehr nahe. Die ohne Transponder fliegende Militärmaschine sei vom Radar der Luftabwehr erfasst worden, die wiederum die zivilen Fluglotsen informiert habe. Die hätten dann der Verkehrsmaschine einen anderen Kurs gegeben. Der schwedische Verteidigungsminister Peter Hultqvist sprach im Rundfunk von einem ernsten Zwischenfall. "Es ist ganz klar gefährlich, wenn man den Transponder ausschaltet."

Seit der Eskalation der Ukrainekrise hat Russland nach Angaben der Nato seine militärischen Flüge in Europa verstärkt. Die russischen Flugzeuge würden sich zwar in internationalem Luftraum bewegen, stellten aber wegen der ausgeschalteten Transponder eine Gefahr für die zivile Luftfahrt dar. Mehr als 400-mal seien Abfangjäger der Nato deswegen aufgestiegen.

Reuters

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