Brand in Hamburger Flüchtlingsunterkunft

Minderjähriger gesteht Brandstiftung

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Foto: Kinder stehen vor dem ausgebrannten Mehrfamilienhaus in Hamburg-Altona, das als Flüchtlingsunterkunft diente.

Hamburg - Der Tod einer Flüchtlingsfamilie hat in Hamburg Entsetzen und Erschütterung ausgelöst. Nun scheint der Fall geklärt: Ein Minderjähriger wurde als mutmaßlicher Brandstifter ermittelt.

Ein Minderjähriger soll für den Brand mit dreiToten in einer Flüchtlingsunterkunft inHamburg-Altona verantwortlich sein. Der Junge sei Mitglied der Jugendfeuerwehr Hamburg und habe die Tat eingeräumt, teilten die Staatsanwaltschaft und die Polizei Hamburg am Samstag mit. „Hinweise auf eine politisch motivierte Tat liegen nicht vor“, hieß es in der Erklärung. Der strafunmündige Junge werde zunächst in einer Einrichtung für Kinder- und Jugendpsychiatrie untergebracht.

Nach umfangreichen Ermittlungen konnten Kriminalbeamte das Kind am Freitagabend ermitteln und mit ihm sprechen. Die Auswertung von Videomaterial aus Überwachungskameras, die Arbeit der eingerichteten Sonderkommission „und insbesondere die Aussage einer Zeugin“ habe auf die Spur des Minderjährigen geführt.

Der Junge sei jünger als 14 Jahre, sagte Oberstaatsanwältin Nana Frombach. Konkretere Angaben machte sie aus Gründen des Sozialdatenschutzes nicht.Nach Informationen der „Bild“-Zeitung ist der Junge 13 Jahre alt.

Bei dem Brand in dem Mehrfamilienhaus waren am Mittwochabend eine 33-jährige Frau aus Pakistan und ihre beiden sechs und sieben Jahre alten Söhne ums Leben gekommen. Die Ermittlungen zur Brandursache dauerten noch an, sagte Frombach.

Tödliche Unglücke nach Zündeleien Minderjähriger

Brandstiftungen können tödliche Folgen haben. Manche Unglücke gehen auf das Konto von Minderjährigen. Beispiele: ■ Januar 2011: In einer Wuppertaler Wohnung zündeln zwei Mädchen in ihrem Etagenbett und verursachen einen Wohnungsbrand. Die Kinder im Alter von zwei und fünf Jahren sowie ihre Mutter kommen ums Leben. Nur der schwer verletzte Vater kann sich aus den Flammen retten. ■ Juni 2011: Eine Frau stirbt bei dem Brand eines Hauses in Oberursel (Hessen). Die Polizei nimmt zwei Schüler im Alter von 14 Jahren fest. Nach Ermittlerangaben hatten die Jugendlichen die Frau besucht und sie um Geld gebeten. Nachdem die schlafende Frau nicht reagierte, legten sie das Feuer in den Räumen. ■ September 2009: Ein Sechsjähriger löst beim Spielen mit Feuer in Duisburg einen Brand aus. Drei Kinder und die Mutter des Jungen sterben in den Flammen. Mutter und Sohn waren bei Verwandten zu Besuch. Der Sechsjährige überlebt.■ August 2005: Neun Menschen sterben in Berlin, als ein zwölf Jahre alter Junge in einem Treppenhaus zündelt. Er hatte den Ermittlungen zufolge im Hausflur in der Nähe von Kinderwagen mit Papier gekokelt. Unter den Toten sind auch Kinder und eine Jugendliche.

dpa

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