Unwetter

Mindestens 50 Tote durch Sturm „Xynthia“ in Frankreich

- Beim schlimmsten Unwetter in Frankreich seit mehr als zehn Jahren sind mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen. Die meisten von ihnen ertranken nach Angaben der Behörden bei Überschwemmungen an der Atlantikküste, allein im Département Vendée gab es 29 Tote.

Ein junger Mann wurde in den Pyrenäen von einem abstürzenden Ast erschlagen. Eine 78-Jährige im Burgund wurde von einem Eisenträger tödlich verletzt. Zwei Menschen erlagen einer Gasvergiftung, als sie wegen des Stromausfalls einen Generator in Betrieb nahmen. Zeitweise war etwa eine Million Haushalte ohne Strom. Am Sonntagnachmittag war der Sturm aber in großen Teilen Frankreichs abgeflaut, weil Tief „Xynthia“ nach Deutschland weitergezogen war.

Präsident Nicolas Sarkozy sprach den Angehörigen der Opfer seine Anteilnahme aus. Am späten Nachmittag gab es beim Premierminister François Fillon ein Krisentreffen. Wirtschaftsministerin Christine Lagarde appellierte an die Versicherungen, so schnell wie möglich Entschädigungen auf den Weg zu bringen. Die Zahl der Opfer könnte sich nach Angaben der Behörden möglicherweise noch erhöhen.

In mehreren Orten in der Nähe von La Rochelle stand das Wasser bis zu 1,50 Meter hoch in den Straßen, Menschen retteten sich auf Häuserdächer. Mehrere Hubschrauber waren im Einsatz. An den Küsten erreichte der Sturm Orkanstärke mit einer Geschwindigkeit von bis zu 150 Stundenkilometer.

Air France strich etwa 100 von 700 Flügen, die am Sonntag auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle starten oder landen sollten. Auch zahlreiche Bahnverbindungen fielen aus oder hatten große Verspätung, weil die Gleise durch herabgefallene Äste blockiert waren.

In den Pyrenäen stürzten Felsbrocken auf die Straßen. Die Grenze zu Spanien wurde zeitweise geschlossen. Rettungskräfte mussten zahlreiche umgestürzte Bäume von den Straßen räumen. Am Schloss von Versailles entwurzelte der Sturm etwa 30 Bäume. In Paris waren alle Parks gesperrt.

Viele Franzosen erinnerten das Sturmtief an das Unwetter zur Jahrtausendwende. Damals kamen 92 Menschen ums Leben. Die Schäden betrugen mehrere Milliarden Euro.

afp

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