NRW-Innenminister Ralf Jäger

Minister fällt auf Taschendieb-Streich herein

+

Düsseldorf - "Augen auf und Tasche zu": Während NRW-Innenminister Ralf Jäger vor Taschendieben warnt, wird er selbst bestohlen - obwohl von Personenschützern umgeben. Während der politische Gegner schon Profit aus der Sache zu schlagen versucht und mehrere Medien darüber berichten, nimmt der Fall plötzlich eine überraschende Wendung.

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) wurde sein Diensthandy aus der Sakkotasche gestohlen – ausgerechnet auf einer Veranstaltung, die vor Taschendiebstahl warnen sollte. Ein Reporter des Radiosenders "1Live" hatte Jäger noch gefragt, ob er sich vorstellen könne, selber Opfer eines Taschendiebstahls zu werden. Jäger hatte dies verneint und auf seine Personenschützer verwiesen, die dies "mit Sicherheit gemerkt hätten". Der Täter würde von diesen "fürchterlichen Ärger bekommen". Kurz darauf war das Handy dann verschwunden.

Während mehrere Medien bereits arglos im Internet über den Fall berichten, stellt sich die Aktion als "1Live"-Streich heraus. Der Sender hatte einen als Techniker auftretenden Zauberer engagiert, der dem Minister das Handy aus der Tasche getrickst hatte. "Das ist ja unglaublich", hatte Jäger lachend gesagt, als er auf den Diebstahl hingewiesen wurde. "Sie haben mich einfach zu sehr abgelenkt". Jäger bekam das Handy zurück.

Der inszenierte Diebstahl soll nach Ansicht der CDU in NRW dennoch ein Nachspiel haben: Der CDU-Abgeordnete Gregor Golland will wissen, wie es sein konnte, dass drei Personenschützer des Ministers nicht gemerkt haben, wie diesem das Smartphone aus der Sakkotasche gezogen und durch ein anderes ersetzt wird. "Da kann ihm auch jemand eine Tüte Kokain reinpacken oder ein Messer in den Rücken stechen", sagte Golland am Mittwoch. "Was ist das für eine Sicherheit?" Die Opposition will wissen, wie das Sicherheitskonzept für den Innenminister aussieht. Golland erinnerte an das Attentat auf Oskar Lafontaine, damals noch SPD-Politiker. Die psychisch kranke Attentäterin hatte sich mit einem Blumenstrauß genähert, in dem ein Messer versteckt war.

Der Vorfall werde "intern auf- und nachbereitet", sagte ein Sprecher des NRW-Innenministeriums auf dpa-Anfrage.

dpa/mic

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare