Landgericht Göttingen

Missbrauchte 13-Jährige sah in Arzt „große Liebe“

Göttingen - Ein von einem Arzt monatelang missbrauchtes Mädchen aus dem Raum Göttingen hat sich nach Angaben der Mutter freiwillig auf die sexuellen Handlungen mit dem Mann eingelassen. Ihre Tochter habe den 55-Jährigen nach Bekanntwerden der Straftaten als ihre „Liebe“ bezeichnet, sagte die Mutter des Kindes am Donnerstag vor dem Landgericht Göttingen.

Dem Arzt, der seit Dezember 2012 in Untersuchungshaft sitzt, wird sexueller Missbrauch in 14 Fällen vorgeworfen. Das inzwischen 14 Jahre alte Mädchen sagte am Donnerstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor Gericht aus. Dabei habe sie ihre bei der Polizei gemachten Angaben zu den Vorwürfen gegen den Arzt bestätigt, sagte ein Gerichtssprecher. Nach Aussage der Mutter hatte das Mädchen den Angeklagten an einer Pferdekoppel kennengelernt, wo der Arzt mit seinem Hund spazieren ging. Von dem regelmäßigen Kontakt zu dem älteren Mann habe die Tochter zwar berichtet. Dass es dabei zu verbotenen sexuellen Handlungen kam, habe sie aber lange allenfalls vage vermutet, sagte die Mutter. Dabei habe es zahlreiche Verdachtsmomente gegeben. Das Mädchen habe sich nachts aus dem Haus geschlichen, habe auffällig viel Geld und gelegentlich teure Kleidung gehabt, die sie sich selbst nicht hätte kaufen können. „Viele Dinge waren nicht schlüssig.“Nachdem ein massiver Verdacht aufgekommen war, schalteten die Eltern die Polizei ein. Die Ermittler hatten dann unter anderem den E-Mail-Verkehr des Arztes überwacht. Ende vergangenen Jahres war der Mann dann festgenommen worden. Vor Gericht entschuldigte sich der Angeklagte am Donnerstag bei der Mutter „für das Leid, das er über ihre Familie gebracht“ habe.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare