Prozess

Mitarbeiter der Abfallwirtschaft soll Abrechungen gefälscht haben

Hildesheim - Ein Mitarbeiter des Hildesheimer Abfallwirtschaftsbetriebs muss sich derzeit vor Gericht verantworten, weil er im großen Stil Quittungen gefälscht und falsch abgerechnet haben soll.

Am Landgericht Hildesheim hat der Prozess gegen einen Mitarbeiter des Zweckverbands Abfallwirtschaft Hildesheim (ZAH) begonnen. Dem 56-Jährigen wird vorgeworfen, in den Jahren 2006 bis 2009 bei Abrechnungen von Containerdiensten Geld veruntreut zu haben.

Laut Anklage ist dem Zweckverband ein Schaden von rund 130.000 Euro entstanden, während der Mitarbeiter mindestens 50.000 Euro abzweigte. Weil er falsche Quittungen mit einem erfundenen Namenskürzel ausstellte, ist er außer Untreue auch wegen Urkundenfälschung angeklagt. Es geht um 267 einzelne Straftaten.

Der Mann hatte 1994 beim ZAH angefangen. Ab Februar 2005 war er für die Abrechnung von Containerdiensten zuständig. Dabei soll er Kunden veranlasst haben, die Gebühr auf ein Konto seiner Frau zu überweisen oder bar an ihn zu zahlen. Sein Vorgehen flog auf, als ein Kunde sich bei einem Fahrer erkundigte, ob es üblich sei, dass Mitarbeiter in bar kassierten. Der Angeklagte, der im Landkreis Hildesheim wohnt, soll über seine Verhältnisse gelebt haben.

Die Vorsitzende der großen Wirtschaftsstrafkammer, Barbara Loewenthal, kündigte an, das Gericht werde der Frage nachgehen, wie viel Gewinn der Angeklagte tatsächlich machte und ob manche Kunden eine Mitverantwortung bei den Veruntreuungen treffe: „Da sind einige Dinge, die stinken zum Himmel.“

Wiebke Barth

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare