Modelabel führt Größe XXXXS ein

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- Die US-Modekette Abercrombie & Fitch führt die Jeans in Größe „Triple Zero“ ein – für Taillen von 58,5 Zentimetern– und sorgt damit für eine Diskussion um den Magerwahn.

Es ist schon fast alltäglich, dass Models, die auf Plakaten Kleider präsentieren, übernatürlich schön, jung und schlank aussehen. Dass diese Anforderung neuerdings auch von Kunden verlangt wird, sorgt jetzt für Diskussionen.

Den Stoff dafür lieferte das US-Unternehmen Abercrombie & Fitch. In den Geschäften der Modekette, zu der auch der Ableger Hollister gehört, liegen neuerdings Frauenjeans der Minigröße „Triple Zero“. In deutsche Kleidergrößen übertragen entspricht das Konfektionsgröße 28 – und unterbietet damit sogar die umstrittene „Size Zero“ (Größe 32), auch als XXS bezeichnet. Die neue Größe ist eine „000“ oder XXXXS.

Experten beklagen bereits, die Größe sei „Werbung für Magersucht“. Das erscheint nicht abwegig, wenn man bedenkt, dass die Größe einem Taillenumfang von gerade einmal 58,5 Zentimetern entspricht – den laut Statistischem Bundesamt Mädchen im Alter von sechs bis acht Jahren haben. Die deutsche Durchschnittsfrau dagegen trägt Kleidergröße 40.

Der US-Modekonzern allerdings legt keinen Wert auf Durchschnitt. Kleidergrößen XL und XXL für Frauen existieren bei Abercrombie & Fitch schlichtweg nicht. Erst vor einem Jahr stand das Unternehmen wegen der Auslese seiner Kunden in der Kritik. „Ganz ehrlich, wir wollen die coolen Kids. Viele Menschen haben in unserer Kleidung nichts zu suchen“, sagte Konzernchef Mike Jeffries damals unverhohlen in einem Interview. Doch bei Jugendlichen ist die Anziehungskraft der Marke hoch, für ein T-Shirt mit dem Firmenlogo stehen sie, wenn es sein muss, sogar stundenlang Schlange.

Hinter Größe Triple Zero steht ein gefährlicher Magerwahn, der an Prominenten und auf Millionen Selfies im Internet zu beobachten ist. Berühmte Vorbilder sind Hollywoodschauspielerinnen und Models wie Cara Delevigne, Nicole Richie und Alexa Chung, die ihren Followern zweifelhafte Schönheitsideale wie das Thigh Gap – einer Lücke zwischen den Oberschenkeln – vorleben. Allerdings ist längst nicht alles echt, was auf Instagram und anderswo gepostet wird: Wer dünn wirken will, kann sich mit Apps wie „Skinnie Pix“ innerhalb von Sekunden verschlanken.

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