Prozess in Lüneburg

Mordversuch nach Missbrauch

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Foto: Der wegen wegen sexuellen Missbrauchs und versuchten Mordes angeklagte Alexander T. (l, verdeckt) sitzt neben seinem Anwalt Martin Fricke (r) in Lüneburg vor Prozessbeginn in der Anklagebank.

Lüneburg - Er soll seine Stieftochter mehrfach missbraucht und versucht haben, sie zu ermorden. Deswegen sitzt ein 43-Jähriger nun in Lüneburg auf der Anklagebank. Laut seinem Anwalt hat er eine andere Geschichte als die Staatsanwaltschaft.

Vor dem Lüneburger Landgericht muss sich seit Dienstag ein 43-jähriger Mann aus Hambühren wegen Missbrauchs und wegen versuchten Mordes an seiner Stieftochter verantworten. Die Anklage wirft ihm vor, das Mädchen seit dem siebten Lebensjahr missbraucht zu haben. Um dies zu verschleiern, soll er im Herbst vergangenen Jahres versucht haben, die inzwischen erwachsene Frau zu töten.

Dazu soll er ihr aufgelauert und auf sie geschossen haben. Als die junge Frau unverletzt mit ihrem Wagen floh, soll er versucht haben, das Fahrzeug mit seinem Auto zu rammen. Insgesamt sieben Missbrauchsfälle zählte Staatsanwältin Gesine Dell'Aquila am ersten Prozesstag auf. Beim ersten Fall, so die Anklage, soll die heute 23-Jährige erst sieben Jahre alt gewesen sein.

Ein weiterer Fall: Während die Mutter des Opfers zur Geburt eines gemeinsamen Sohnes im Jahr 2001 drei Tage lang im Krankenhaus war, soll der Mann das damals zehnjährige Mädchen nachts mit in das gemeinsame Schlafzimmer geholt und im Ehebett missbraucht haben. Nach der Verlesung der Anklage vertagte die Kammer den Prozess auf den kommenden Montag.

Dann will sich der Angeklagte zu den Vorwürfen äußern. "Ja ich bin bereit, Angaben zu dem Vorwurf machen", erklärte der Mann am Dienstag. Sein Verteidiger Martin Fricke deutete an, dass sein Mandant angegeben habe, eine Beziehung mit seiner Stieftochter gepflegt zu haben. Diese solle jedoch erst begonnen haben, als die junge Frau schon 17 Jahre alt war.

Zur Eskalation sei es erst gekommen, als die Stieftochter erkannte, dass er sich von dem Plan, mit ihr eine gemeinsame Wohnung zu suchen, Abstand nahm, sagte Fricke am Rande der Gerichtsverhandlung. Der Angeklagte habe die junge Frau nicht töten, sondern eine Aussprache erzwingen wollen. Für die Fortsetzung des Strafverfahrens sind zwölf weitere Sitzungstage bis zum April terminiert zu denen insgesamt 20 Zeugen geladen sind.

dpa

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