Sydney Dance Company

Movimentos startet mit Europapremiere

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Mit der Europapremiere der Choreografie „2 One Another“ der Sydney Dance Company starten die Movimentos Festwochen in Wolfsburg.

Wolfsburg - Die Movimentos-Festwochen starten mit einer Europapremiere der Sydney Dance Company. Es geht um Menschenmassen und Zweierbeziehungen. Dabei sind Parallelen zur Wolfsburger Arbeitswelt zu entdecken.

Tausende kleine Punkte bringen eine riesige Wand zum Leuchten. Das Mosaik aus unzähligen kleinen Dioden sieht aus wie ein wogendes Meer.Dann krachen auf der digital zum Leben erweckten Wand kantige Gebilde wie im Computer-Spiel Tetris brutal vom Himmel. Davor biegen Tänzer ihre Körper. Die Europapremiere von Rafael Bonachelas Choreographie „2 One Another“ stand amFreitag zumAuftakt der 13. Movimentos-Festwochen in Wolfsburg auf dem Programm. Bis zum 17.Mai sind insgesamt 67 teils hochkarätig besetzte Theaterstücke, Tanzchoreographien und Lesungen geplant.

In der Produktion der Sydney Dance Company geht es um das komplexe Zusammenspiel menschlicher Beziehungen und um die alte Erkenntnis, dass die Summe immer mehr ist als die einzelnen Teile. Vor der Leuchtwand tanzen Menschen, die das Zusammenspiel der Leuchtdioden auf einer anderen Ebene fortsetzen.

InGruppenszenen wogt das Ensemble wie ein gemeinsamer Organismus über die Bühne. Es schälen sich aberauch immer wieder intime Duo-Szenen heraus. Die Zweier-Paarung ist die kleinste Einheit des menschlichen Beziehungskosmos. Und noch in dieser überschaubaren Konstellation kämpfen ein Mann und eine Frau um die Vorherrschaft.

Auch musikalisch pendelt der faszinierende Abend zwischen den Extremen. Martialisches Gedonner wechselt sich ab mit sanften, barocken Klängen. Der Schwarm auf der Bühne reagiert auf Blitzlichtgewitter mit hektischer Betriebsamkeit. Dazwischen fangen die Tänzer in ruhigeren Momenten an zu kriechen. Das komplexe Zusammenspiel vonBewegung, Licht und Musik lässt Raum für Assoziationen und erforscht denUmgang der Menschen miteinander.

Das passt gut zum diesjährigenMotto des Festivals: „Frieden“. Die Kulturveranstaltungen thematisierten insbesondere zwischenmenschliche Konflikte, sagte die künstlerische Leiterin Maria Schneider. Der Wunsch nach Frieden sei tief im Menschen verwurzelt. „Gleichzeitig wissen wir, wie schwer es ist, ihn zu erreichen“, betont Schneider.

Neben großen Tanz-Theaterproduktionen sind auch Konzerte, szenische Lesungen und Theaterstücke geplant. Schauspielstars wie Iris Berben, Ulrich Noethen oder Robert Stadlober werden erwartet. Der langjährige Berliner Tatortkommissar Boris Aljinovic kommt in einem Stück über einen skrupellosen Boulevardjournalisten auf die Bühne.

Ziemlich viel Kultur ist das für einen Ort der Arbeit. Gespielt wird unter anderem in der gigantischen Kulisse des ehemaligen Kraftwerks von Volkswagen. Der Konzern beschäftigt inWolfsburg Tausende Menschen. Auch sie müssen wie die kleinen Lichter und die Tänzer in Bonachelas Choreografie jeden Tag zu einem Organismus zusammenfinden.

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