Probleme mit Bauschutt

Müllberge in Deutschland wachsen trotz Recycling

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Foto: Dass die Müllberge in Deutschland nach wie vor wachsen, liegt allein am steigenden Bauschuttaufkommen.

Wiesbaden - Müllberge sind in Deutschland passé. Was der eine weg wirft, können andere gut gebrauchen: Drei Viertel der Abfälle in Deutschland werden irgendwie wieder verwertet. Und die Müllmenge wächst.

Rund 386,7 Millionen Tonnen Abfall aller Art sind im Jahr 2011 in Deutschland angefallen. Mehr als drei Viertel davon wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes recycelt oder verbrannt. Im Vergleich zum Jahr zuvor sei die Abfallmenge um 3,7 Prozent gestiegen, berichtete die Behörde in Wiesbaden am Mittwoch.

Dieses Plus geht vor allem auf die gewachsene Menge an Bauschutt zurück – das ist stets der größte Posten in der Abfallbilanz. Im Jahr 2011 gab es davon knapp 200 Millionen Tonnen, mehr als die Hälfte der gesamten Abfallmenge und ein Plus von 3,2 Prozent im Vergleich zu 2010. Fast 90 Prozent davon wurden recycelt.

Bei Privathaushalten wurden 37,2 Millionen Tonnen Müll eingesammelt, dort fiel der Zuwachs mit 400.000 Tonnen geringer aus. Während Experten in der Menge des Bauschutts ein Indiz für die Konjunkturentwicklung sehen, verändert sich bei den privaten Haushalten seit Jahren wenig. 454 Kilogramm wirft jeder Bundesbürger nach der Statistik pro Jahr weg. In dieser Menge enthalten sind Rest-, Bio- und Sperrmüll, Altpapier, Glas und Verpackungen.

Über drei Viertel aller Abfälle (77,6 Prozent) wurden verwertet, das heißt recycelt oder in Verbrennungsanlagen zu Strom und Wärme verarbeitet. Das meiste davon werde tatsächlich wiederverwendet, berichtete das Bundesamt. Fast 70 Prozent des gesamten Abfalls werden recycelt - bei Glas und Papier betrage die Recycling-Quote 100 Prozent. Die Verwertungsquote hatte 2006 nach Angaben der Statistiker noch 74 Prozent betragen.

dpa

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