Verkehrssünderdatei in Flensburg

Das müssen Sie zur Punkte-Reform wissen

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Foto: Ab 1. Mai gelten neue Regeln für Verkehrssünder.

Flensburg - Autofahrer aufgepasst: Ab dem 1. Mai treten die Änderungen bei der Punktevergabe in Kraft. Künftig reichen acht statt 18 Punkte für Führerschein-Entzug.

Wer mit dem Auto rast, eine rote Ampel ignoriert oder betrunken am Steuer sitzt, bekommt Punkte in Flensburg - sofern er von der Polizei erwischt wird. Das gilt auch weiterhin, wenn am 1. Mai die Änderungen bei der Punktevergabe in Kraft treten.

Wenn jemand immer wieder gegen die Regeln im Straßenverkehr verstößt, summieren sich die Punkte auf dem "Konto" beim Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg. Betroffene können am Ende den Führerschein verlieren. Nach den aktuellen Regelungen geschieht das ab 18 Punkten.

Nach der Umstellung des Punktesystems auf das neue "Fahreignungs-Bewertungssystem" müssen Verkehrssünder ihren Führerschein ab 8 Punkten abgeben. Diese werden künftig anders vergeben. Wer von Mai an 4 bis 5 Punkte hat, wird ermahnt und bekommt zudem den Hinweis, freiwillig an einem Fahreignungsseminar teilzunehmen. Wer 6 bis 7 Punkte hat, bekommt zusätzlich eine Verwarnung.

Für die freiwillige Teilnahme an dem Seminar kann ein Punkt vom "Konto" abgezogen werden. Bisher ist es so, dass Verkehrssünder bis zu vier Punkte abbauen können, wenn sie freiwillig Aufbauseminare und verkehrspsychologische Beratungen besuchen.

Rund neun Millionen Männer und Frauen hatten Anfang 2013 Punkte in Flensburg, meistens wegen überhöhter Geschwindigkeit. Weil sie 18 Punkte erreicht hatten, verloren 4391 Menschen im Jahr 2012 ihre Führerscheine. Ein Fahrverbot wird aber auch fällig, wenn jemand zum Beispiel nur ein Mal eine rote Ampel nicht beachtet hat.

Einträge landen bisher im Verkehrszentralregister, das nun auf das Fahreignungsregister umgestellt wird. Auch hier können Einträge nach Ablauf bestimmter Fristen gelöscht werden.

Das ändert sich ab 1. Mai

Tempo: Wenn Autofahrer zwischen 21 und 25 Kilometer pro Stunde zu schnell fahren, riskieren sie wie bisher 1 Punkt in Flensburg. Wer noch schneller ist, muss mit 2 Punkten statt bisher 3 bis 4 rechnen. 1 Punkt (bisher 3) gibt es, wenn die Geschwindigkeit nicht den Sicht- und Wetterverhältnissen - zum Beispiel bei Nebel und Glatteis - angepasst ist.

Rote Ampel : Fährt ein Autofahrer trotz roter Ampel weiter, kann ihn das mindestens 1 Punkt (bisher 3) einbringen. Leuchtet die Ampel schon länger als eine Sekunde rot oder es kommt zu einer gefährlichen Situation, bringt das 2 (bisher 4) Punkte. Radfahrer, die eine rote Ampel missachten, können 1 Punkt erhalten.

Handy am Steuer: Das Telefonieren im Auto ohne Freisprecheinrichtung kann wie bisher mit 1 Punkt geahndet werden. Das Bußgeld steigt aber von 40 auf 60 Euro.

Überholen: Wer ein Überholverbot missachtet oder beim Überholen andere gefährdet, konnte bisher bis zu 4 Punkte erhalten. Jetzt sind es 1 bis 2 Punkte. Wer mit einem Lastwagen über 7,5 Tonnen überholt, obwohl die Sicht wegen Nebels, Schneefalls oder Regens weniger als 50 Meter beträgt, muss mit 2 statt bisher 4 Punkten rechnen.

Ladung: Ist die Ladung eines Lastwagens nicht sicher verstaut oder ungenügend gesichert, konnte es bei einer Gefährdung bisher 3 Punkte geben; jetzt ist es 1 Punkt.

dpa

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