Straßenschäden bei Hildesheim

A7 muss nach drei Jahren wieder saniert werden

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Kaum benutzt, schon wieder kaputt: Die Autobahn 7 bei Hildesheim.

Hildesheim - Von Elektronikartikeln wird kolportiert, dass sie absichtlich so konstruiert sind, dass sie zu einem bestimmten Datum nicht mehr funktionieren. Von Straßenbelägen war bisher nicht bekannt, dass sie eine extrem kurze Halbwertszeit besitzen. Auf der Autobahn 7 bei Hildesheim ist das aber anders.

Nach nur drei Jahren muss die Asphaltdecke schon wieder erneuert werden. Sie zerbröselt geradezu, die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr kommt mit dem Flicken nicht mehr nach und hat jetzt Tempo 60 auf dem fünf Kilometer langen Abschnitt verordnet. „Je schneller die Autos fahren, umso stärker belasten sie den Untergrund“, erklärt die Sprecherin der Behörde, Heike Haltermann. Bis zum Frühjahr noch müssen sich die Autofahrer (65 000 nutzen die A 7 täglich) in Höhe Hildesheimer Börde laut Haltermann auf Schneckentempo einstellen. „Die nötigen Sanierungsarbeiten können nur außerhalb der Frostzeit vorgenommen werden.“

Eines unterscheidet die Autobahn aber doch von Fernsehern und Mobiltelefonen: Die Gewährleistungszeit beträgt fünf Jahre, Verkehrsminister Jörg Bode (FDP) bleibt wohl nicht auf den Kosten sitzen. „Wir gehen davon aus, dass es sich um einen Gewährleistungsschaden handelt“, sagt Haltermann.

Trotzdem ist der Verkehrsminister sauer: „Das sollte nicht passieren“, sagte er der HAZ. „Darüber müssen wir mit der Firma reden.“ Tatsächlich handelt es sich um zwei Firmen. Den Autobahnabschnitt gebaut hat ein Konsortium aus den erfahrenen Straßenbauunternehmen Matthäi in Verden und Bunte mit Sitz im emsländischen Papenburg. „Zur Schadensursache können wir noch keine konkrete Aussage treffen“, sagte ein Bunte-Sprecher.

Auch die Straßenbaubehörde hat noch keine Erkenntnisse, wieso der Straßenbelag, der eigentlich 15 Jahre halten müsste, nach nur drei Jahren schon wieder erneuert werden muss. Fest steht nur: Wasser dringt durch Risse in den Asphalt ein und spült den Untergrund aus Bitumen aus. „So entstehen die Schlaglöcher“, sagt Haltermann. Man befinde sich mit den Unternehmen in Gesprächen. Ende des Monats wollen sie ein Sanierungskonzept vorlegen. Danach wisse man auch, was die Reparatur kostet und wie lange sie dauern wird. Nach der Winterpause wolle man schnellstmöglich mit der Sanierung starten. Immerhin soll die dann nach zwei Monaten schon abgeschlossen sein.

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