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Als „Denkzettel“: Pflegerin zündet Haus von krebskranker Frau an

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Prozess gegen mutmaßliche Brandstifterin
Die Angeklagte Jutta K., die mit Mordabsicht das Haus einer Frau in Brand gesteckt haben soll, steht vor dem Landgericht in Koblenz  neben ihrem Anwalt Thomas Hermes. © dpa

Angeblich sollte es ein „Denkzettel“ sein, weil sie schlecht über sie redete. Weil sie das Haus einer von ihr betreuten krebskranken Frau anzündete, muss sich eine Pflegerin vor Gericht verantworten.

Koblenz - Eine mutmaßliche Brandstifterin mit Mordabsicht hat zu Beginn ihres Prozesses in Koblenz ein Teilgeständnis abgelegt. Sie habe vor einem Jahr in Montabaur in Rheinland-Pfalz der von ihr betreuten krebskranken Frau nachts ein brennendes Streichholzmäppchen in den Briefkasten geworfen, räumte die 60-Jährige am Dienstag vor dem Landgericht ein. „Ich wollte ihr halt einen Denkzettel verpassen“, sagte sie. Die schlafende Frau habe zuvor schlecht über sie geredet. Die Angeklagte betonte, sie habe kein größeres Feuer entfachen wollen.

Oberstaatsanwalt Manfred Stemper sprach dagegen von versuchtem Mord, Habgier und besonders schwerer Brandstiftung mit einem Brandbeschleuniger im Briefkasten des Opfers. Die mutmaßliche Täterin war laut Anklage von der krebskranken Frau in deren Testament als Erbin eingesetzt worden. Nachdem sich die Kranke überraschend erholt und es Streit um angeblich gestohlene Wertgegenstände gegeben habe, soll sich die finanziell klamme Angeklagte zur Tat entschlossen haben. Die Feuerwehr konnte das Opfer retten und die Flammen löschen.

Zeugen sagten, die Angeklagte habe mit ihrem Lebensgefährten in den Stunden vor dem Brand das Fachwerkhaus des Opfers länger beobachtet. Die Kamera einer nahen Türsprechanlage soll die 60-Jährige bei der nächtlichen Tat gefilmt haben. Die Frau sitzt in Untersuchungshaft.

dpa

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