Proteste in Tunis

Mutmaßliche Vergewaltigung durch Polizisten sorgt für Aufregung

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Proteste vor dem Justizgebäude in Tunis.

Tunis/Paris - Die mutmaßliche Vergewaltigung einer jungen Frau in Tunesien durch Polizisten sorgt für Aufregung. Die 27-Jährige behauptet, im September von zwei tunesischen Polizisten in ihrem Auto vergewaltigt worden zu sein. Ein dritter Beamter soll ihren Freund derweil mit Handschellen gefesselt haben.

Vor dem Justizgebäude in Tunis, wo die Frau am Dienstag vernommen wurde, waren Plakate mit Slogans wie „Erst Revolution, dann Vergewaltigung“ zu lesen.

Die Staatsanwaltschaft zeigte die Frau wegen „unsittlichen Verhaltens“ an. Die beiden beschuldigten Polizisten bestreiten die Vergewaltigung. Nach ihrer Darstellung hat die Frau dem Geschlechtsverkehr zugestimmt. Unabhängige Organisationen befürchten, das mutmaßliche Opfer werde durch die Anklage erpresst, um die Anschuldigungen gegen die Polizisten zurückzuziehen.

Der tunesische Premierminister Hamadi Jebali weist diese Vorwürfe zurück. „Ich sage es mit Nachdruck: Die Tat der Polizisten ist unverzeihlich. Es gibt keine Rechtfertigung für diesen barbarischen Akt, der gegen unsere moralischen Werte verstößt“, sagte er der belgischen Zeitung „Le Soir“.

dpa

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