Nach Bremer Feuer

Mutmaßlicher Brandstifter in Psychiatrie eingewiesen

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Foto: Am Sonntag brannten zwei Mehrfamilienhäuser in Bremen, der mutmaßliche Brandstifter ist in eine Psychiatrie eingeliefert worden.

Bremen - Ein Brandstifter hat in Bremen 31 Menschen vorerst wohnungslos gemacht. Die Familien gastieren jetzt bei Freunden, Bekannten und Angehörigen. Nur nach Absprache mit der Polizei können sie Sachen aus der Wohnung holen.

Nach zwei Brandstiftungen in Bremer Mehrfamilienhäusern ist der mutmaßliche Täter in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen worden. Die Häuser im Stadtteil Gröpelingen seien vorerst nicht bewohnbar, sagte ein Sprecher der Polizei am Montag. Bei den Bränden waren am Sonntag 31 Menschen verletzt worden, darunter neun Kinder und ein Baby. Fast alle sind inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen worden. Die vorwiegend türkischstämmigen Familien seien bei Freunden, Bekannten und Angehörigen untergekommen, sagte der Sprecher. Wertsachen und Kleidung können die Betroffenen nach Terminabsprache mit der Polizei aus der Wohnung holen.

Der 22 Jahre alte Verdächtige habe bislang keine Aussagen zum Tatvorwurf gemacht. Der Mann war den Ermittlern in Tatortnähe aufgefallen. Er gilt nach Polizeiangaben als „psychisch auffällig“ und ist als Intensivtäter bekannt, unter anderem wegen Brandstiftung. Nähere Einzelheiten dazu wollte auch ein Sprecher der Staatsanwaltschaft einen Tag nach den Bränden nicht bekanntgeben. Hinweise auf ein fremdenfeindliches Motiv gebe es bislang nicht.

Viele Bewohner hatten am frühen Sonntagmorgen noch geschlafen, als der Qualm durch die Treppenhäuser zog. Die Brände waren nach den Ermittlungen in den Kellern gelegt worden. Die Bewohner konnten nicht mehr fliehen, einige sprangen aus dem Fenster, die anderen wurden von der Feuerwehr gerettet.

Rauchwarnmelder hätten möglicherweise die Mieter eher geweckt, sagte der Sprecher der Feuerwehr, Michael Richartz. Allerdings seien die Geräte nur in Ruheräumen vorgeschrieben, nicht in Treppenhäusern oder Kellern. In Bremen müssen Altwohnungen auch erst bis zum 31. Dezember 2015 nachgerüstet werden. Problematisch sei zudem, dass die Rauchwarnmelder oft schlecht gewartet würden, meinte Richartz. „Wir haben Anrufe, in der Nachbarwohnung piept der Rauchmelder und dann ist nur der Akku leer.“

Die Gesetzeslage zu Rauchwarnmeldern ist in den Bundesländern sehr unterschiedlich. Sechs Bundesländer – Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Berlin haben derzeit noch gar keine Regelung. In Schleswig-Holstein und Hamburg müssen seit dem 31. Dezember 2010 bereits alle Wohnungen in Schlafräumen und Kinderzimmern mit Rauchmeldern ausgestattet sein, ebenso in Mecklenburg-Vorpommern (Ende 2009) und Rheinland-Pfalz (Juli 2012). In Hessen endet die Nachrüstpflicht für Altwohnungen Ende 2014, in Niedersachsen Ende 2015. Im Saarland und in Thüringen gilt das Gesetz nur für Neu- und Umbauten.

dpa

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