Kalifornien

Mutmaßlicher Entführer bestreitet Vorwürfe

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Foto: In diesem Haus soll der mutmaßliche Entführer die Frau gepeinigt haben.

Los Angeles - Dem mutmaßlichen Entführer einer jungen Frau in Santa Ana droht eine lebenslange Haftstrafe. Doch der Mann bestreitet alle Vorwürfe. Er behauptet, die Frau habe sich Geschichte einer zehnjährigen Gefangenschaft nur ausgedacht.

Der mutmaßliche Kidnapper und jahrelange Peiniger einer jungen Frau in Kalifornien bestreitet alle Anschuldigungen gegen sich. Der Anwalt des Mannes sagte am Donnerstag, sein Mandat weise „vehement“ zurück, im Jahr 2004 die damals 15-Jährige entführt und seitdem in Gefangenschaft sexuell missbraucht zu haben, wie die Zeitung „Orange County Register“ berichtete.Die Frau habe die Vorwürfe erfunden, weil die beiden Beziehungsprobleme hätten. „Sie werden als glückliches Paar beschrieben. Viele Leute haben mir erzählt, dass er sie wie eine Königin behandelt hat“, meinte der Verteidiger. „Jedes Paar, dass durch eine Scheidung geht, sagt oft Dinge, die einfach nicht wahr sind.“

Die Staatsanwaltschaft klagte den 42 Jahre alten Verdächtigen am Donnerstag wegen Vergewaltigung, Unzucht mit einer Minderjährigen und Entführung an. Das Strafmaß bei einer Verurteilung liege zwischen 19 Jahren und lebenslanger Haft, teilte die Behörde mit.

Medienberichten zufolge könnten zusätzliche Tatvorwürfe hinzukommen. Die offizielle Anklageverlesung wurde vom zuständigen Richter im Bezirk Orange County auf den 9. Juni verschoben. Der mutmaßliche Täter muss in Haft bleiben, sofern er nicht eine Kaution von einer Million Dollar (720 000 Euro) hinterlegen kann.

Die heute 25-jährige Frau hatte am Dienstag die Polizeiwache im südkalifornischen Santa Ana aufgesucht und ihren Mann wegen Körperverletzung angezeigt. Stück für Stück offenbarte sie dann ihre Leidensgeschichte: Der damalige Lebensgefährte ihrer Mutter habe sie verschleppt, unter Drogen gesetzt und missbraucht.

Später habe er ihr einen Job in einer Reinigungsfirma verschafft, bei der er auch arbeitete, um sie besser überwachen können, erklärte die Polizei. Mehrfach sei er mit ihr umgezogen, um nicht aufzufliegen. 2007 habe er das Mädchen mit gefälschten Papieren zur Hochzeit gezwungen. 2012 kam ein gemeinsames Kind zur Welt.

Die junge Frau, die anonym bleiben will, sagte einem lokalen Fernsehsender, sie habe mehrfach vergeblich versucht, sich zu befreien. Der Täter habe sie dafür verprügelt. Der Anwalt des Mannes zog diese Aussage in Zweifel. „Sie hatte viele Gelegenheiten, der Polizei Bescheid zu sagen“, sagte er. „Zehn Jahre gingen vorbei und sie erzählte niemals auch nur einem Menschen, dass etwas faul ist?“

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft nahm die Frau hingegen in Schutz: „Sie ist ein Opfer, das im Alter von 15 gekidnappt wurde und überzeugt davon war, dass sie sich an niemanden wenden konnte“, zitierten lokale Medien die Beamte. „Er hat große Anstrengungen unternommen, um sicherzustellen, dass sie nirgendwo hin konnte.“ Sie habe gedacht, der Täter sei ihr einziger Freund.

Der Frau gelang es laut der Staatsanwaltschaft, über Facebook einen Kontakt zu ihrer Familie herzustellen. Sie habe ihre Mutter und Schwester getroffen und daraufhin den Mut gefasst, ihren Peiniger anzuzeigen.

dpa

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