Wasserparadies Hildesheim

Mutmaßlicher Serien-Sextäter festgenommen

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Foto: Die Polizei Hildesheim hat jetzt den mutmaßlichen Sexual-Straftäter festgenommen.

Hildesheim - Auf sein Konto gehen mehr Übergriffe als bisher bekannt: Die Polizei hat den mutmaßlichen Kinderschänder aus dem Hildesheimer Hallenbad Wasserparadies festgenommen. Es handelt sich um einen 22-Jährigen, der vermutlich aus dem Landkreis Hildesheim stammt.

Der Mann befindet sich derzeit in der Hildesheimer Polizeiinspektion. Der mutmaßliche Sextäter soll am Sonnabend dem Haftrichter vorgeführt werden. Ihm wird vorgeworfen, vor einer Woche in dem Hildesheimer Hallenbad ein Mädchen in eine Umkleidekabine gelockt und dort missbraucht zu haben.

Unterdessen ist bekannt geworden, dass der Verdächtige in mindestens einem weiteren Fall einen Jungen und ein Mädchen im Landkreis Hildesheim misshandelt hat. So war er am Sonntag, nur einen Tag nach der Untat im „Wasserparadies“, im Freibad der Harzstadt Bockenem auf der Suche nach einem jungen Opfer. Wie schon am Tag zuvor in Hildesheim suchte er an der Wasserrutsche Kontakt zu einem Mädchen und bat es darum, ihm zu den Umkleidekabinen zu folgen, was die Zehnjährige auch tat. Doch offenbar hatte das Mädchen Glück. Seine Mutter beobachtete zufällig das Geschehen und schickte den 13-jährigen Bruder hinterher, um nach dem Rechten zu sehen. Der Heranwachsende sprach den Unbekannten an - dieser verschwand schnell unter Ausflüchten. Auch der herbeigerufene Schwimmmeister traf ihn nicht mehr an. „In diesem Fall blieb es bei einem Annäherungsversuch“, sagte am Freitag Uwe Herwig, Sprecher der Hildesheimer Polizeiinspektion.

Zwei Tage später blieb es nicht nur bei dem Versuch einer Annäherung. Am Dienstag dieser Woche habe sich der mutmaßliche Täter gleichzeitig an einem Jungen und einem Mädchen vergriffen. Beide seien jünger als zehn Jahre. Weitere Details zu der Tat vom Dienstag wollte die Polizei nicht sagen. „Wir sind mit unseren Ermittlungen noch ganz am Anfang“, sagt Polizeisprecher Herwig. Allerdings habe der mutmaßliche Täter diesmal nicht in einem Schwimmbad zugeschlagen. Auch in diesem Fall ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft wegen schweren sexuellen Missbrauchs.

Da nach und nach immer mehr Taten zu Vorschein kommen, schließt die Polizei nicht aus, dass der 22-Jährige für weitere Übergriffe in der Region um Hildesheim oder im Harz verantwortlich sein könnte. Auch die Eltern der zuletzt bekannt gewordenen Opfer wurden erst durch die Veröffentlichungen aufmerksam. Der entscheidende Tipp, der zur Festnahme führte, stammte offenbar aus dem Umfeld der beiden Kinder, die am Dienstag missbraucht worden waren. Nach einem zunächst vagen Hinweis haben die Ermittlungen plötzlich eine heiße Spur ergeben. Fahnder der Hildesheimer Polizei nahmen den 22-Jährigen gestern in einem Dorf bei Bockenem vorläufig fest.

Christian Harborth

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