Frankreich

Mutter ersticht Lehrerin vor Augen der Schüler

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Schauplatz des Verbrechens: Die Vor- und Grundschule der südwestfranzösischen Kleinstadt Albi.

Albi - Vor den Augen der Kinder ist eine Lehrerin in Frankreich von einer Mutter erstochen worden. Ein Motiv für die Tat am Freitag in einer Grundschule mit Kindergarten im südfranzösischen Albi war zunächst unklar.

Vor den Augen der entsetzten Schüler hat eine Mutter in Frankreich deren Lehrerin erstochen. Die 47-jährige Mutter einer Schülerin sei am Freitagmorgen in der staatlichen Vor- und Grundschule der südwestfranzösischen Kleinstadt Albi „mit einem Messer angekommen und hat eine 34 Jahre alte Lehrerin vor den Kindern niedergestochen“, sagte Staatsanwalt Claude Derens. Für die Lehrerin kam jede Hilfe zu spät.

Die Täterin wurde kurze Zeit später zu Hause festgenommen. Das Motiv für die tödliche Messerattacke zu Unterrichtsbeginn gegen 9.00 Uhr war zunächst unklar. Nach Angaben von Erziehungsminister Benoît Hamon hatte die Mutter aber offenbar „schwere psychische Störungen“. Der Elternvereinigung FCPE zufolge hatte es kein „spezielles Problem“ zwischen der Lehrerin und der Mutter gegeben.Als er am Tatort eingetroffen sei, sei noch versucht worden, die Lehrerin wiederzubeleben, sagte der Staatsanwalt. „Sie hatte in ihrem Klassenzimmer einen Herzstillstand.“ Die 34-Jährige, die selbst zwei kleine Töchter hat, war Lehrerin in einer Vorschulklasse.

In die Vor- und Grundschule Edouard Herriot von Albi gehen insgesamt 284 Kinder im Alter zwischen drei und elf Jahren. Die kleine Tochter der Täterin war erst seit rund eineinhalb Monaten dort in der Klasse. Die Tat ereignete sich am letzten Unterrichtstag vor den Sommerferien direkt im Klassenzimmer. Die Staatsanwaltschaft wollte um 17.00 Uhr eine Pressekonferenz geben.

Frankreichs Präsident François Hollande sprach von einem „entsetzlichen Drama“ und kündigte an, Helfer zur Betreuung der Kinder und des Schulpersonals nach Albi zu schicken. Erziehungsminister Hamon, der sich umgehend vor Ort einfand, hob hervor, dass es sich um einen Einzelfall handle. Dennoch forderte er, dass die Schulen besser vor Gewalt und Konflikten geschützt werden müssten.Eine Reihe von Studien zeigen eine zunehmende Gewalt von Eltern gegen Lehrer in Frankreich. So wurde im Schuljahr 2012/2013 fast die Hälfte der Schuldirektoren von Vor- und Grundschulen von Eltern verbal oder physisch attackiert, wie aus einer im April in der Zeitung „Le Parisien“ veröffentlichten Untersuchung hervorgeht. Laut einer anderen Studie aus dem Jahr 2012 sagten 35,8 Prozent der Lehrer aus, dass sie beleidigt wurden, 17,1 Prozent berichteten von Drohungen, 14 Prozent von Belästigungen und 3,6 Prozent sogar von Schlägen.

dpa/afp

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