Eileen Ford gestorben

„Mutter der Supermodels“ ist tot

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Foto: Sie galt als die „Mutter der Supermodels“: Eileen Ford (Mitte), legendäre Gründerin der New Yorker Modelagentur Ford Models, ist gestorben. Hier mit zwei ihrer früheren Schützlinge, den Supermodels Christina Ferrari DeLorean und Cheryl Tiegs.

New York - Sie gründete eine der erfolgreichsten Modelagenturen aller Zeiten und entdeckte Laufsteg-Stars wie Christie Brinkley, Jerry Hall, Naomi Campbell und Elle Macpherson: Jetzt ist die legendäre Modelagentin Eileen Ford im Alter von 92 Jahren gestorben.

Die „Mutter der Supermodels“ ist tot: Eileen Ford, legendäre Gründerin der New Yorker Modelagentur Ford Models, sei bereits am Mittwoch im Alter von 92 Jahren in Morristown im US-Bundesstaat New Jersey gestorben, teilte das Unternehmen am Donnerstag (Ortszeit) mit. „Eileen Ford hatte eine unbezähmbare Kraft und hat nicht nur Ford Models, sondern auch die Modelbranche insgesamt neu definiert“, hieß es in einer Mitteilung. Gemeinsam mit ihrem Mann Jerry hatte Ford das Unternehmen, das zur wohl wichtigsten Agentur der Branche wurde, in den 1940er Jahren gegründet.

Jerry kümmerte sich bei Ford Models um das Geschäftliche, Eileen wurde zum Talentscout und entdeckte über die Jahre Laufsteg-Schönheiten wie Christie Brinkley, Veruschka, Jerry Hall, Grace Jones, Naomi Campbell, Christie Turlington und Elle Macpherson, die zu weltweit bekannten Supermodels mit extrem hohen Gagen werden sollten. Andere Ford-Entdeckungen wie Jane Fonda, Brooke Shields, Rene Russo, Kim Basinger und Lauren Hutton wurden zu Hollywood-Stars. Als erste Agentur überhaupt machte das Unternehmen, das Tausende Catwalk-Stars unter Vertrag hatte, den Beruf zu einer seriösen Profession und kreierte einen Markt für Supermodels mit Gagen in Millionenhöhe.

Die 1922 in New York als Eileen Cecile Otte geborene Ford, die zunächst Psychologie studiert und dann selbst als Model, Stylistin und Modejournalistin gearbeitet hatte, war dabei Agentin und Mutter zugleich. Mit vollem Einsatz versuchte sie stets, ihre Models vor Unterbezahlung und Ausbeutung zu schützen.

Sie brachte den jungen Frauen Manieren bei und gab ihnen Mode und Schönheitstipps. Einige lebten einem Bericht der „New York Times“ zufolge sogar in ihrem schicken Häuschen an der noblen Upper East Side in Manhattan und durften am Wochenende mit ihr in ihr Ferienhäuschen auf Long Island fahren, wo im Garten gearbeitet wurde. „Sie müssen etwas beitragen für ihre Zeit mit mir“, sagte Ford einmal dem „Forbes“-Magazin. „Sie essen mit mir am Tisch jeden Abend. Ich will niemals ihrer Mutter sagen müssen, dass ich nicht weiß, wo sie um zwei Uhr nachts sind.“Aber Ford hatte auch den Ruf, hart und unerbittlich zu sein. Viele Anwärterinnen lehnte sie nach nur wenigen Sekunden ab und sagte ihnen rundheraus, was sie an ihnen nicht schön fand. Am liebsten entdeckte sie ihre Models sowieso zufällig auf der Straße oder im Restaurant, nicht bei Vorstellungsgesprächen.

2007 verkaufte das Ehepaar Ford die Agentur an eine Investmentbank. Jerry Ford starb ein Jahr später. Das Paar hatte vier Kinder, die inzwischen selbst acht Kinder und fünf Enkel haben.Im Internet betrauerten zahlreiche Bewunderer und Klienten von Ford den Tod der Modelagentin. „Ruhe in Frieden, Eileen Ford“, schrieb beispielsweise das Model Rachel Hunter. „Ich bin so traurig. Du hast mein Leben verändert.“

dpa

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