63-Jähriger schwer verletzt

Nationalelf sagt Testspiel nach Unfall ab

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Foto: Ein Polizeibeamter erreicht den Unfallort.

St. Leonhard - Als Reaktion auf den schweren Autounfall mit zwei Verletzten im Trainingslager hat die deutsche Nationalmannschaft das Übungsspiel gegen die U20 abgesagt. Laut Medienberichten soll Nationalspieler Benedikt Höwedes als Beifahrer in dem Unfallauto gesessen haben.

Schock im Trainingslager – die ohnehin schon schwierige Weltmeisterschaftsvorbereitung der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ist von einem schweren Autounfall überschattet worden. Eine PR-Aktion für die Nationalspieler von Mercedes-Benz, Generalsponsor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), endete am Dienstag fatal. Das Auto von Tourenwagenfahrer Pascal Wehrlein mit einem Nationalspieler als Beifahrer erfasste auf einer abgesperrten Strecke zwei Menschen, die verletzt ins Krankenhaus gebracht werden mussten. Ein 63 Jahre alter deutscher Urlauber erlitt dabei sogar schwere Verletzungen.

Die Verunglückten gehören nicht zum Kreis der Nationalelf oder zum Sponsor. „Im Moment sind unsere Gedanken bei den Verletzten“, hieß es in einer ersten Stellungnahme des DFB. Formel-1-Pilot Nico Rosberg und Wehrlein waren zusammen mit dem deutschen Golfstar Martin Kaymer zu Besuch bei der Nationalelf. Die Rennfahrer fuhren für Werbeaufnahmen mit einigen Spielern auf einem abgesperrten Parcours. Zum Unfallzeitpunkt waren die Schalker Benedikt Höwedes und Juian Draxler die Beifahrer in den Autos von Wehrlein und Rosberg. Wer in welchem Wagen saß, wurde nicht mitgeteilt. Wehrlein und sein Beifahrer blieben unverletzt. Die Fahraktion wurde sofort abgebrochen. Mercedes-Benz betonte, ausreichende Sicherheitsvorkehrungen getroffen zu haben. „Wir haben gemeinsam mit der Gemeinde im Vorfeld alles dafür getan, dass die Strecke komplett abgesperrt wurde“, erklärte Sprecherin Claudia Merzbach.

Eine ähnliche PR-Aktion hatte es auch schon vor zwei Jahren in Südfrankreich in der Vorbereitung auf die Europameisterschaft in Polen und der Ukraine gegeben – damals ebenfalls mit Rosberg sowie Michael Schumacher. Den ganzen Vormittag hatte es Dienstag am Unglücksort stark geregnet, auch beim Training der Nationalmannschaft. Nach dem Unfall sagte Bundestrainer Joachim Löw das für den Nachmittag geplante Übungsspiel gegen die eigene „U 20“-Auswahl ab. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurde stattdessen trainiert, auch Höwedes und Draxler nahmen an der Übungseinheit teil.

Vor dem Unfall waren Rosberg, Kaymer und Unglücksfahrer Wehrlein noch Gäste bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Nationalteam-Manager Oliver Bierhoff. Dabei ging es auch noch um den Führerscheinentzug von Löw, der zuvor bekannt geworden war. Wegen wiederholter Tempoüberschreitungen musste der Bundestrainer seine Fahrerlaubnis für ein halbes Jahr abgeben. „Selbstverständlich stehe ich dazu, dass ich manchmal leider zu schnell gefahren bin. Ich weiß, dass ich mich hier zügeln muss“, sagte Löw in einer offiziellen Mitteilung: „Ich habe meine Lektion gelernt und werde mein Fahrverhalten ändern. Es gibt da nichts schönzureden, natürlich muss ich jetzt mit den Konsequenzen leben und nutze häufig die Bahn.“

Löw hatte 2006 wegen eines ähnlichen Vergehens schon einmal vier Wochen seine Fahrerlaubnis abgeben müssen. Nach der Affäre um den Dortmunder Kevin Großkreutz, der sich in einem Berliner Hotel danebenbenommen hatte, wirft auch Löws Verhalten kein gutes Licht auf die Nationalmannschaft. „Wir wollen natürlich immer Vorbild sein. Wir sind aber auch nur Menschen, die Fehler machen. Ich sehe jetzt keine Gefahr, dass ‚Jogi’ als Raser durchgeht“, sagte Bierhoff.

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