Abstimmung von "Terre des Femmes"

Negativpreis für frauenfeindliche Werbung

+
Foto: Eine Auswahl der Fundstücke, die im Jahr 2015 zu den Nominierten für den Negativ-Preis "Der Zornige Kaktus" gehörten.

Berlin - Obszöne Gesten, flapsige Sprüche und vor allem – viel nackte Haut: Immer noch setzen Werber auf frauenfeindliche Motive. Die Organisation "Terre des Femmes" hat per Online-Abstimmung das frauenfeindlichste Motiv des Jahres 2015 gekürt und einen eigenen Preis verliehen.

Das Hinterteil einer Frau als Werbung für kostenlose Bewerbungschecks: Dafür bekommt ein Unternehmen aus Baden-Württemberg den Negativ-Preis "Der Zornige Kaktus" für besonders frauenfeindliche Werbung. Die Organisation "Terre des Femmes" teilte am Dienstag mit, in einer zweiwöchigen Online-Abstimmung habe die Anzeige der Firma "Karrierestrategen" die meisten Stimmen erhalten. Die Entscheidung fiel klar aus: Für3.096 der mehr als 6.800 Teilnehmern war die Anzeige die frauenfeindlichste.

"Ohne Kopf in unwürdiger Pose"

"Karrierestrategen" biete "einen kostenlosen Bewerbungs-Check mit dem Bild einer Frau an, die ohne Kopf in unwürdiger Pose zu sehen ist", erklärte Terre des Femmes. "Die Frau wird auf ihr Hinterteil reduziert. Dies stellt eine Abwertung von Frauen dar, die durch Qualifikation und Kompetenz Karriere machen wollen." Stattdessen werde mit stereotypen Rollenklischees gearbeitet.

Insgesamt trafen fast 80 Vorschläge für den Negativ-Preis bei dem Verein ein. Aus den Vorschlägen wählte eine Jury aus Vereinsmitgliedern drei Anzeigen für die Abstimmung aus. Die "Karrierestrategen" gewannen gegen den Blumenhändler "Bloomy Days" und die bereits vom Werberat gerügte Anzeige des "TV-Service Krysiak".

"Terre des Femmes" teilte mit, man habe das siegreiche Unternehmen über den Preis informiert und zu einer Diskussion über Sexismus in der Werbung eingeladen. Bislang habe die Firma aus dem baden-württembergischen Bruchsal nicht reagiert. "Der Zornige Kaktus" wurde in diesem Jahr zum zweiten Mal verliehen.

epd

9992717

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare