Kirchweyhe-Prozess

Neonazis sollen Richter bedroht haben

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Foto: Der Vorsitzende Richter Joachim Grebe soll im Internet bedroht worden sein.

Verden - Beim Prozess vor dem Landgericht Verden um den gewaltsamen Tod des 25-jährigen Daniel S. in Kirchweyhe ist der Vorsitzende Richter massiv bedroht worden – mutmaßlich von Neonazis. Nun geht der Angeklagte in die Revision.

Wie jetzt bekannt wurde, berufen sich die Verteidiger des Ende Februar zu fünf Jahren und neun Monaten Haft verurteilten Angeklagten darauf in der Revision, die sie beim Bundesgerichtshof eingelegt haben. „Wenn wir gewusst hätten, dass derart massiv von der rechten Szene auf den Vorsitzenden Richter eingewirkt wurde, hätten wir geprüft, ob nicht Zeugen ähnlich bedroht wurden“, sagte Verteidiger Jürgen Meyer zur Begründung. Sein 20 Jahre alter, aus einer türkischen Familie stammender Mandant war verurteilt worden, weil er ein Jahr zuvor den 25  Jahre alten Daniel S. nach einem Diskobesuch zu Tode getreten hatte.

Eine Sprecherin des Landgerichts Verden bestätigte, dass im Internet unter anderem gedroht worden sei, „dass der Vorsitzende Richter den Tag der Urteilsverkündung nicht erleben werde“. Die Einlasskontrollen beim Prozess seien danach verschärft worden. Auf das Urteil hätten die Drohungen aber keinen Einfluss gehabt. Unabhängig davon hat die Staatsanwaltschaft Verden gegen acht Prozessbeteiligte Ermittlungen wegen Falschaussagen aufgenommen. Vor Gericht war deutlich geworden, dass es zwischen mehreren Zeugen unzulässige Absprachen gab.

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