Religöse Gewalt

Neue Anschläge in Nigeria

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Foto: Erneut gab es in Nigeria ein Anschlag auf eine Kirche.

Addis Abeba/Abuja - Im Norden Nigerias vergeht seit Wochen kaum ein Sonntag ohne Blutbad. Radikalislamisten terrorisieren Christen beim Gottesdienst. Diese schlagen jetzt zurück. Mehr als 20 Menschen sind tot.

Die Gewalt zwischen Muslimen und Christen im Norden Nigerias nimmt kein Ende: Bei Bombenanschlägen auf zwei Kirchen und anschließenden Vergeltungsaktionen aufgebrachter Jugendlicher sind am Sonntag mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Zeitung „Daily Trust" wurden 125 Menschen verwundet. Sie wurden in verschiedenen Krankenhäusern behandelt.

Die koordinierten Angriffe auf die Goodnews Church und die Christ the King Catholic Church ereigneten sich in der nordwestlichen Stadt Zaria. Sie wurden von Selbstmordattentätern ausgeführt. In der etwas südlich gelegenen Stadt Kaduna griffen jugendliche Christen anschließend Muslime mit Stöcken und Messern an und ließen eine Moschee in Flammen aufgehen. Zeugen erklärten, dabei habe es zahlreiche Opfer gegeben.

Die Behörden verhängten eine Ausgangssperre, um die prekäre Sicherheitslage unter Kontrolle zu bringen. Es seien Straßenbarrikaden errichtet worden, sagte der Augenzeuge Nicholas Audu der Nachrichtenagentur dpa und fügte hinzu: „Wir haben es satt, jeden Sonntag gibt es ein Blutbad. Jetzt haben wir entschieden, zurückzuschlagen: Blut für Blut, Feuer für Feuer."

Der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan verurteilte die Gewalt und rief dazu auf, die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen. Bisher bekannte sich niemand zu den Bombenanschlägen, jedoch wird vermutet, dass sie der radikalislamischen Sekte Boko Haram zugerechnet werden müssen.

Die Gruppe hat seit vergangenem Jahr zahlreiche Anschläge auf christliche Einrichtungen und Polizeistationen im muslimisch geprägten Norden des westafrikanischen Landes verübt und Hunderte Menschen getötet. Der schwerste Anschlag in der Region um Kaduna fand am Ostersonntag statt, als ein Selbstmordattentäter mehr als 40 Menschen in den Tod riss.

dpa

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